Parametrieren von AS-i Gateways in EcoStruxure Machine Expert - Safety

 

Dieses Thema beschreibt, welche Einstellungen für das AS-i Gateway in EcoStruxure Machine Expert - Safety vorzunehmen sind. Es enthält die folgenden Informationen:

HINWEIS:

Beachten Sie beim Parametrieren der AS-i Gateway-Geräte die Hinweise in Abschnitt "Hinweise zu verteilten Automatis­ierungssystemen".

Hinzugefügte AS-i Gateways in EcoStruxure Machine Expert - Safety bestätigen

Nachdem Sie in der EcoStruxure Machine Expert-Busstruktur ein AS-i Gateway und das '8 Bytes Safe Sercos Data'-Geräteobjekt eingefügt haben, ist das AS-i Gateway automatisch in das sicherheitsbezogene Projekt integriert. Beim Öffnen des sicherheitsbezogenen Projekts wird die Liste der sicherheitsbezogenen Geräte zwischen EcoStruxure Machine Expert und EcoStruxure Machine Expert - Safety synchronis­iert. Diese Gerätesynchronisierung wird zyklisch wiederholt, solange das Projekt in EcoStruxure Machine Expert - Safety geöffnet ist. Beim Einfügen sicherheitsbezogener AS-i Gateways muss dieses Einfügen manuell in EcoStruxure Machine Expert - Safety bestätigt werden.

Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Starten Sie EcoStruxure Machine Expert - Safety, indem Sie im EcoStruxure Machine Expert-Gerätebaum auf das Symbol des Sicheren Logik-Controllers rechtsklicken und 'EcoStruxure Machine Expert - Safety > EcoStruxure Machine Expert - Safety starten' aus dem Kontextmenü wählen.

  2. Melden Sie sich auf Entwicklungsebene in EcoStruxure Machine Expert - Safety an.

  3. Es erscheint der Dialog 'Bestätigung geänderter SDIO-Geräte'.

    Bestätigen Sie jedes eingefügte AS-i Gateway, indem Sie das zuge­hörige Kontrollkästchen aktivieren und anschließend den Dialog mit 'OK' bestätigen. (Siehe (1) und (2) im folgenden Beispiel.)

    Falls Sie die Änderungen in der Geräteliste ablehnen, indem Sie auf 'Abbrechen' klicken, wird EcoStruxure Machine Expert - Safety geschlossen.

    Beispiel

    Dlg_ChangedIO_Devices.png

    Nach der Bestätigung erscheinen die hinzugefügten AS-i Gate­ways im EcoStruxure Machine Expert - Safety-Gerätebaum ('Geräte'-Fenster) als Kindelemente des Sicheren Logik-Control­lers.

    Beispiel: AS-i Gateway mit Gerätekennung SL1.SM2

    SoSafeDevicesTree_GatewayClosed.png
  4. Parametrieren Sie die AS-i Gateway-Geräte wie im folgenden Abschnitt beschrieben.

Weitere Informationen

Wie Sie die im '8 Bytes Safe Sercos Data'-Geräteobjekt enthaltenen Eingangs- und Ausgangsbits in den sicherhe­itsbezogenen Code einfügen (und dadurch den Status der AS-i-Geräte lesen und deren Ausgänge schreiben können), erfahren Sie im Thema "Auswerten und Schreiben auf AS-i-I/O-Geräte in EcoStruxure Machine Expert - Safety".

AS-i Gateway in EcoStruxure Machine Expert - Safety parametri­eren

Sie sind dabei, ein hochgradig verteiltes System zu implementieren, welches aus einer AS-i-Applikation (ausgeführt vom AS-i Gateway), einer nicht-sicherheitsbezogenen LMC-(PacDrive3)-Applikation und einer sicherheitsbezogenen SLC-Applikation besteht. Beachten Sie, dass die Erweiterung Ihrer Sicherheitsapplikation um die AS-i-Feldbuse­bene Auswirkungen auf die Funktion, die Leistung und die Gesamt-Reaktionszeit Ihrer Systemapplikation haben kann. Es gibt keine übergeordnete, steuerungsübergreifende Verifizierungsinstanz (oder Kompiler), die prüft, ob die verschiedenen Logiken (Gateway, LMC, SLC) in der verteilten Steuerungsapplikation korrekt interagieren. Der Anwender ist dafür verantwortlich, dass ein korrektes Zusammen­wirken sichergestellt ist und Gefährdungen verhindert werden.

Insbesondere muss die Gesamt-Safety-Reaktionszeit für das Gesamt­system untersucht und präzise verifiziert werden, da die Integration des AS-i-Feldbuses (mit angeschlossenen AS-i-Slaves) die Gesamt-Safety-Reaktionszeit erhöht.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER GERÄTEBETRIEB

  • Prüfen Sie, ob die sicherheitsbezogenen Parameter Ihrer Risikoanalyse entsprechen und berücksichtigen Sie jede mögliche Betriebsart bzw. jedes Szenario, das die Sicherheitsapplikation abdecken soll.

  • Prüfen Sie, ob die Safety-Reaktionszeit für das Gesamtsystem auch die spezifischen Reaktionszeiten für das AS-i Gateway und die angeschlossenen AS-i-I/O-Slaves berücksichtigt.

  • Validieren Sie die gesamte Verzögerungszeit des Systems und testen Sie die Applikation in dieser Hinsicht sorgfältig.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

HINWEIS:

Der Sichere Logik-Controller erkennt nicht die AS-i-Slaves (I/O-Geräte) am AS-i-Feldbus. Er kommuniziert nur mit dem AS-i Gateway als Sercos-Teilnehmer. Daher beziehen sich die einzustellenden, sicherheitsbezogenen Parameter in EcoStruxure Machine Expert - Safety nur auf die Funktionalität des AS-i Gateway als Sercos-Busgerät. Die AS-i-I/O-Slaves können in EcoStruxure Machine Expert - Safety nicht parametriert werden.

  1. Doppelklicken Sie im Gerätebaum ('Geräte'-Fenster) auf das zu parametrierende AS-i Gateway. Die Parameter werden nun im Geräteparametrierungseditor rechts neben dem Gerätebaum im 'Geräte'-Fenster angezeigt.

    Beispiel

    SoSafeDevicesTree_GatewayParameters_Initial.png
  2. Stellen Sie die Parameter in den Gruppen 'Basic', 'SafetyRespon­seTime' und 'SafetyConfiguration' ein. Diese Parameter werden in den nachfolgenden Abschnitten beschrieben.

Parametergruppe: Basic

Parameter: MinErforderlicheFWVer

Standardwert

Basic Release

Einheit

-/-

Beschreibung

Dieser Parameter ist nur relevant, wenn andere Firmware-Versionen, als die vom Hersteller geladene Version ausgeführt werden.

Um in den Betriebszustand zu gelangen, muss im Modul die hier parametrierte Firmware-Version oder eine neuere Version installiert werden.

Der Eintrag 'Test Version' kennzeichnet eine Firmware-Version des Geräts, die noch nicht freigegeben ist. Eine Sicherheitsanwendung kann nicht abgenommen werden, wenn Geräte mit einer Firmware-Testversion beteiligt sind.

Parameter: Optional

Standardwert

Nein

Einheit

-/-

Beschreibung

Das Modul kann mit Hilfe dieses Parameters als optional konfiguriert werden. Optionale Module müssen nicht vorhanden sein (physikalisch oder kommunikativ), d.h. ein fehlendes optionales Modul wird vom Sicheren Logik-Controller nicht gemeldet.

Dieser Parameter beeinflusst nicht das Signal oder die Statusdaten des Moduls.

Mögliche Werte

  • Nein: Dieses Modul ist nicht optional.

    Dieses Modul muss nach dem Start in den Betriebszustand 'Operational' gehen und es muss eine sicherheitsbezogene Kommunikation mit dem Sicheren Logik-Controller erfolgreich hergestellt werden (angezeigt durch SafeModulOK = SAFETRUE). Die Verarbeitung der sicherheitsbezo­genen Applikation im Sicheren Logik-Controller wird nach dem Starten solange verzögert, bis dieser Zustand für alle Module mit 'Optional = Nein' erreicht ist.

    Nach dem Starten werden Fehler in solchen sicher­heitsbezogenen Modulen durch die schnell blinkende MXCHG-LED am Sicheren Logik-Controller angezeigt. Außerdem erfolgt ein Eintrag in das Logbuch.

  • Ja: Dieses Modul ist optional, d.h. es ist für die sich­erheitsbezogene Applikation nicht erforderlich.

    Dieses Modul wird während des Startens nicht berücksichtigt, d.h. die sicherheitsbezogene Applika­tion wird gestartet, auch wenn sich Module mit 'Optional = Ja' nicht im Betriebszustand 'Operational' befinden oder die sicherheitsbezogene Kommunika­tion nicht erfolgreich aufgebaut werden konnte.

    Nach dem Starten werden Fehler in solchen sicher­heitsbezogenen Modulen NICHT am Sicheren Logik-Controller angezeigt. Es erfolgt auch kein Eintrag in das Logbuch.

  • Hochlauf: Dieses Modul ist optional, Entscheidungen in Bezug auf sein weiteres Verhalten werden während des Hochlaufens getroffen.

    Falls während des Hochlaufens erkannt wird, dass das Modul physikalisch vorhanden ist (auch wenn es nicht im Betriebszustand 'Operational' ist), verhält sich das Modul als ob 'Optional = Nein' gesetzt war.

    Falls während des Hochlaufens erkannt wird, dass das Modul physikalisch nicht vorhanden ist, verhält sich das Modul als ob 'Optional = Ja' gesetzt war.

Der Parameter Optional ist ein Mechanismus, um Ihr Sicherheitssystem an unterschiedliche Maschinenkonfigurationen anzupassen. Es ist jedoch möglich, dass als optional parametrierte Module in einer wechselnden/anderen Konfiguration erforderlich sind.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

Stellen Sie anhand eines Funktiontests sicher, dass die Module, für die Optional auf 'Ja' oder 'Hochlauf' eingestellt ist, vorhanden sind, wenn diese in wechselnden/anderen Maschinenkonfigurationen erforderlich sind.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Parametergruppe: SafetyResponseTime

Die Safety-Reaktionszeit ist die Zeit zwischen dem Eintreffen des Sensorsignals am Eingangskanal eines sicherheitsbezogenen Eingang­smoduls und dem Abschaltsignal am Ausgangskanal eines sicherheits­bezogenen Ausgangsmoduls.

Die in EcoStruxure Machine Expert - Safety berechnete Safety-Reak­tionszeit beinhaltet nicht die spezifischen Reaktionszeiten des AS-i Gateway und dessen angeschlossenen AS-i-I/O-Slaves. Sie berück­sichtigt nur die Reaktionszeit des PacDrive 3-Systems bis zur Übertra­gung des Prozessabbildspeichers im AS-i Gateway.

Das bedeutet: Durch die Integration eines AS-i Gateway mit angeschlos­senen AS-i-Slaves erhöht sich die Gesamt-Safety-Reaktionszeit.

Im Dialog 'Reaktionszeitrechner' in EcoStruxure Machine Expert - Safety ('Projekt > Menüpunkt 'Reaktionszeitrechner') wird dies wie folgt ange­zeigt: Nachdem Sie ein AS-i Gateway (Fremdgerät) als Eingangs- oder/und Ausgangsmodul ausgewählt haben, erscheint eine Meldung, dass die Reaktionszeiten des AS-i Gateway und der angeschlossenen AS-i-Slaves manuell zur berechneten Reaktionszeit hinzuaddiert werden müssen, um die Gesamt-Reaktionszeit des Systems zu bestimmen.

Diese AS-i-spezifische Reaktionszeit wird in der folgenden Abbildung als tRT AS-i bezeichnet. tRT AS-i muss Folgendes beinhalten: AS-i-Buszykluszeit, Übertragungszeiten zwischen Sercos und AS-i-Bus, Verarbeitungszeit im Sensor und Applikationsverarbeitung im AS-i Gateway (abhängig von Ihrer Applikation).

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Berechnung und Bestimmung der AS-i-spezifischen Reaktionszeiten finden Sie in der Doku­mentation von Bihl+Wiedemann.

SafetyResponseTime_Gateway.png

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER GERÄTEBETRIEB

  • Prüfen Sie, ob die Safety-Reaktionszeit für das Gesamtsystem auch die spezifischen Reaktionszeiten für das AS-i Gateway und die angeschlossenen AS-i-I/O-Slaves berücksichtigt.

  • Validieren Sie die gesamte Verzögerungszeit des Systems und testen Sie die Applikation in dieser Hinsicht sorgfältig.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Die Parameter in dieser Gruppe beeinflussen die Safety-Reaktionszeit des Sicheren Logik-Controller-Systems.

Die Parameter KommunikationsWatchdog, MinDatenübertragungszeit und MaxDatenübertragungszeit in dieser Gruppe gelten nur dann für dieses Modul, wenn ManuelleKonfiguration auf 'Ja' gesetzt ist.

Parameter: ManuelleKonfiguration

Standardwert

Nein

Einheit

-/-

Beschreibung

Gibt an, ob das Modul seine eigenen modulspezifischen Safety-Reaktionszeit-relevanten Parameter (KommunikationsWatchdog, MinDatenübertragungszeit und MaxDatenübertragungszeit) verwendet oder die Standardwerte, die in der Parametergruppe 'SafetyResponseTimeDefaults' des Sicheren Logik-Controllers vorgegeben sind.

Die Verwendung modulspezifischer Parameter ermöglicht die optimale Anpassung des Systems an anwendungsspezifische Anforderungen hinsichtlich der Safety-Reaktionszeit.

Parameterwert

  • Nein: Das Modul übernimmt für die Parameter KommunikationsWatchdog, MinDatenübertra­gungszeit und MaxDatenübertragungszeit die Werte aus der Parametergruppe 'SafetyResponseTimeDe­faults' des Sicheren Logik-Controllers.

  • Ja: Das Modul verwendet seine eigenen Parameter­werte.

Parameter: MinDatenübertragungszeit

Standardwert

12

Einheit

100 µs

Beschreibung

Legt die benötigte Mindestzeit für die Übertragung eines Datentelegramms zwischen Producer und Consumer fest. Wird ein Telegramm früher (vom Consumer) empfangen, als durch diesen Parameterwert vorgegeben, so wird die Kommunikation als ungültig betrachtet.

EcoStruxure Machine Expert - Safety verfügt über einen Berechnungsdialog für die Bestimmung dieses Parameterwertes.

Begriffsdefinition und Hintergrundinformation

Gemäß openSAFETY-Spezifikation kommunizieren Geräte (sicherheitsbezogene I/O-Module und der Sichere Logik-Controller), indem sie zyklisch Daten, sogenannte openSAFETY-Telegramme, senden und empfangen. Ein Gerät, das Telegramme erzeugt (sendet), wird als Producer bezeichnet, ein empfangendes Gerät als Consumer.

Jedes Telegramm enthält einen Zeitstempel für die Zeitvalidierung der Kommunikation. Beim Empfang eines Telegramms vergleicht der Consumer diesen Zeitstempel mit der aktuellen Zeit. Falls der Zeitplan eingehalten wurde, wird die Kommunikation als gültig betrachtet.

Wird ein Telegramm früher empfangen, als durch diesen Parameter definiert, wird die Kommunikation als ungültig betrachtet und nicht weiter fortgesetzt. Dadurch steuert auch das Prozessdaten-Element 'SafeModuleOK' auf SAFEFALSE und zeigt damit an, dass die sicherheitsbezogene Kommunikation des Moduls nicht länger gültig ist. Die Auswirkungen für den Rest der sicherheitsbezogenen Systeme hängen von der definierten sicherheitsbezogenen Funktion ab.

Berechnung der Werte

So berechnen Sie den modulspezifischen MinDatenübertragungszeit-Wert

  1. Wählen Sie 'Projekt > Reaktionszeit Relevante Parameter'.

  2. Öffnen Sie im erscheinenden Dialog das Register 'Manual'.

  3. Abschnitt 'Variable Parameter':

    Falls zur Berechnung des Parameterwerts MinData­TransportTime eine andere Sercos III-Zykluszeit als die in EcoStruxure Machine Expert eingestellte verwendet wird (z.B. um Änderungen der Zykluszeit durch das Anwendungsprogramm zu berücksich­tigen), markieren Sie 'Selektierbar' und wählen unter 'Sercos III Zykluszeit' die gewünschte Zeit aus bzw. geben diese ein.

    Das Kontrollkästchen 'Ring/Doppellinie' beeinflusst nur den Wert MaxDatenübertragungszeit. Das Kontrollkästchen 'Ring/Doppellinie' beeinflusst nicht den Wert MinDatenübertragungszeit.

    Ein eingegebener 'Paketverlust' beeinflusst nicht den Wert für MinDatenübertragungszeit, sondern nur den KommunikationsWatchdog-Wert.

    Der Abschnitt 'System Parameter' ist schreibges­chützt und zeigt System-/Moduleigenschaften an, die in EcoStruxure Machine Expert eingestellt wurden. Werden diese Parameter dort verändert, während der Dialog geöffnet ist, aktualisieren sich die Werte automatisch ohne Schließen des Berech­nungsdialogs.

  4. Der berechnete modulspezifische Wert für MinDatenüber­tragungszeit wird im Bereich 'Ergebnis' angezeigt.

    Notieren Sie den Ergebniswert und geben Sie ihn für den Parameter MinDatenübertragungszeit in die Parameterta­belle des aktuellen Moduls ein.

Praktische Werte

Die Verwendung des in EcoStruxure Machine Expert - Safety berechneten Werts für MinDatenübertragungszeit führt zu einem stabil laufenden System.

Zulässiger Wertebereich: 12-500

Parameter: MaxDatenübertragungszeit

Standardwert

250

Einheit

100 µs

Beschreibung

Definiert die erlaubte maximale Zeit für die Übertragung eines Datentelegramms zwischen Producer und Consumer. Wird ein Telegramm später (vom Consumer) empfangen, als durch diesen Parameterwert vorgegeben, so wird die Kommunikation als ungültig angesehen.

EcoStruxure Machine Expert - Safety verfügt über einen Berechnungsdialog für die Bestimmung dieses Parame­terwertes.

HINWEIS:

Der Parameterwert beeinflusst die von EcoStruxure Machine Expert - Safety berechnete Safety-Reaktionszeit.

Begriffsdefinition und Hintergrundinformation

Gemäß openSAFETY-Spezifikation kommunizieren Geräte (sicherheitsbezogene I/O-Module und der Sichere Logik-Controller), indem sie zyklisch Daten, sogenannte openSAFETY-Telegramme, senden und empfangen. Ein Gerät, das Telegramme erzeugt (sendet), wird als Producer bezeichnet, ein empfangendes Gerät als Consumer.

Jedes Telegramm enthält einen Zeitstempel für die Zeitvalidierung der Kommunikation. Beim Empfang eines Telegramms vergleicht der Consumer diesen Zeitstempel mit der aktuellen Zeit. Falls der Zeitplan eingehalten wurde, wird die Kommunikation als gültig betrachtet.

Wird ein Telegramm später empfangen, als durch diesen Parameter definiert, wird die Kommunikation als ungültig betrachtet und nicht weiter fortgesetzt. Die Auswirkungen für den Rest der sicherheitsbezogenen Systeme hängen von der definierten sicherheitsbezogenen Funktion ab.

Berechnung der Werte

So berechnen Sie den modulspezifischen Wert für MaxDatenübertragungszeit

  1. Wählen Sie 'Projekt > Reaktionszeit Relevante Parameter'.

  2. Öffnen Sie im erscheinenden Dialog das Register 'Manual'.

  3. Abschnitt 'Variable Parameter':

    Falls zur Berechnung des Parameterwerts MaxDatenübertragungszeit eine andere Sercos III-Zykluszeit als die in EcoStruxure Machine Expert eingestellte verwendet werden soll (z.B. um Änderungen der Zykluszeit durch das Anwendung­sprogramm zu berücksichtigen), markieren Sie 'Selektierbar' und wählen unter 'Sercos III Zykluszeit' die gewünschte Zeit aus bzw. geben diese ein.

    Kontrollkästchen 'Ring/Doppellinie': Ring- und Doppel­linienstrukturen erfordern höhere Parameterwerte, um ein stabil laufendes System zu realisieren. Markieren Sie 'Ring/Doppellinie', um die Busstruktur zu berücksichtigen.

    Das Kontrollkästchen ist standardmäßig markiert und so für eine Ringstruktur wie auch für eine Doppellinien­struktur geeignet. Wenn Sie eine Linienstruktur realis­ieren, kann das Kontrollkästchen deaktiviert werden, um den resultierenden Parameterwert zu verringern. Werte, die für eine Ring-/Doppellinienstruktur berechnet wurden, können für eine Linienstruktur verwendet werden, umgekehrt jedoch nicht.

    Ein eingegebener 'Paketverlust' beeinflusst nicht die MaxDatenübertragungszeit, sondern nur den KommunikationsWatchdog-Wert.

  4. Der berechnete modulspezifische MaxDatenübertra­gungszeit-Wert wird angezeigt.

    Modulspezifische Parameter (z.B. in EcoStruxure Machine Expert eingestellte Zykluszeiten) werden zu Ihrer Information ebenfalls in der Tabelle angezeigt. Werden diese Parameter dort verändert, während der Dialog geöffnet ist, aktualisieren sich die Werte automatisch ohne Schließen des Berechnungsdia­logs.

    Notieren Sie den resultierenden modulspezifischen Wert und geben Sie ihn in das Tabellenfeld des Parameters MaxDatenübertragungszeit für das aktu­elle Modul ein.

Praktische Werte

Die Verwendung des in EcoStruxure Machine Expert - Safety berechneten Werts für MaxDatenübertragungszeit führt zu einem stabil laufenden System.

Zulässiger Wertebereich: 12-65.000

Parameter: KommunikationsWatchdog

Standardwert

200

Einheit

100 µs

Beschreibung

Definiert die maximale Zeitspanne, in der ein Consumer ein gültiges Datentelegramm von einem Producer empfangen muss, damit die sicherheitsbezogene Kommunikation als gültig betrachtet und die Applikation fortgesetzt wird. Der Parameter stellt einen Watchdog-Timer ein, der den rechtzeitigen Empfang der Telegramme vom Producer im Consumer überwacht. Läuft der Watchdog ab, so wird die Kommunikation als ungültig betrachtet.

EcoStruxure Machine Expert - Safety verfügt über einen Berechnungsdialog für die Bestimmung dieses Parameterwertes.

HINWEIS:

Der Parameterwert beeinflusst die von EcoStruxure Machine Expert - Safety berechnete Safety-Reaktionszeit.

Begriffsdefinition und Hintergrundinformation

Gemäß openSAFETY-Spezifikation kommunizieren Geräte (sicherheitsbezogene I/O-Module und der Sichere Logik-Controller), indem sie zyklisch Daten, sogenannte openSAFETY-Telegramme, senden und empfangen. Ein Gerät, das Telegramme erzeugt (sendet), wird als Producer bezeichnet, ein empfangendes Gerät als Consumer.

Der KommunikationsWatchdog-Wert hängt physikalisch von der Übertragungszeit ab, die für die Übertragung des Telegramms von einem Producer zu einem Consumer benötigt wird und beeinflusst die ungünstigste Gesamtreaktionszeit des Systems. Deshalb hängt der berechnete Wert vom Wert des Parameters MaxDatenübertragungszeit ab.

Falls der Empfänger das Telegramm rechtzeitig erhält (KommunikationsWatchdog ist noch nicht abgelaufen und die Übertragungszeit liegt innerhalb der durch die Parameter MinDatenübertragungszeit und MaxDatenübertragungszeit vorgegeben Zeitgrenzen), wird der Watchdog-Timer erneut gestartet und die Kommunikation wird als gültig betrachtet. Der Zeitstempel im eingehenden Telegramm wird dabei nicht ausgewertet. Relevant ist nur, dass das Telegramm empfangen wird.

Falls kein Telegramm empfangen wird (wegen Verzögerung oder Verlust) und der KommunikationsWatchdog im Consumer abläuft, nimmt das Modul seinen definierten sicheren Zustand ein. Dadurch steuert auch das Prozessdaten-Element 'SafeModuleOK' auf SAFEFALSE und zeigt damit an, dass die sicherheitsbezogene Kommunikation des Moduls nicht länger gültig ist.

Berechnung der Werte

So berechnen Sie den modulspezifischen KommunikationsWatchdog-Wert

  1. Wählen Sie 'Projekt > Reaktionszeit Relevante Parameter'.

  2. Öffnen Sie im erscheinenden Dialog das Register 'Manual'.

  3. Abschnitt 'Variable Parameter':

    Falls eine andere Sercos III-Zykluszeit als die in EcoStruxure Machine Expert eingestellte verwendet werden soll, um den Wert für Kommunikation­sWatchdog zu berechnen (z.B. um Änderungen der Zykluszeit durch das Anwendungsprogramm zu berücksichtigen), markieren Sie 'Selektierbar' und wählen unter 'Sercos III Zykluszeit' die gewünschte Zeit aus bzw. geben diese ein.

    Kontrollkästchen 'Ring/Doppellinie': Ring- und Doppel­linienstrukturen erfordern höhere Parameterwerte, um ein stabil laufendes System zu realisieren. Markieren Sie 'Ring/Doppellinie', um die Busstruktur zu berücksichtigen.

    Das Kontrollkästchen ist standardmäßig markiert und so für eine Ringstruktur wie auch für eine Doppellinien­struktur geeignet. Wenn Sie eine Linienstruktur realis­ieren, kann das Kontrollkästchen deaktiviert werden, um den resultierenden Parameterwert zu verringern. Werte, die für eine Ring-/Doppellinienstruktur berechnet wurden, können für eine Linienstruktur verwendet werden, umgekehrt jedoch nicht.

  4. Indem Sie die Zahl an erlaubten Paketverlusten erhöhen, wird das System toleranter. Dadurch erhöht sich das berechnete minimale Watchdogin­tervall. Geben Sie einen ganzzahligen Wert zwischen 0 und 99 ein, um die Anzahl an Tele­grammen festzulegen, die verloren gehen dürfen. Der eingegebene Wert gilt für alle beteiligten sicher­heitsbezogenen Module.

  5. Der berechnete KommunikationsWatchdog-Wert wird für das Modul angezeigt.

    Modulspezifische Parameter (z.B. in EcoStruxure Machine Expert eingestellte Zykluszeiten) werden zu Ihrer Information ebenfalls in der Tabelle angezeigt. Werden diese Parameter dort verändert, während der Dialog geöffnet ist, aktualisieren sich die Werte automatisch ohne Schließen des Berechnungsdia­logs.

    Notieren Sie den resultierenden modulspezifischen Wert und geben Sie ihn in das entsprechende Tabel­lenfeld für den Parameter Kommunikation­sWatchdog des aktuellen Moduls ein.

Praktische Werte

Für den KommunikationsWatchdog-Wert, den Sie in die Parametertabelle ('Geräte'-Fenster) eingeben müssen, gilt Folgendes:

  • Für die Inbetriebnahme eines Systems sollte der KommunikationsWatchdog-Wert gleich groß oder größer sein als die größte Zykluszeit im System (z.B. die Sercos III-Zykluszeit).

  • Ein höherer Wert als der berechnete Kommunika­tionsWatchdog-Wert erhöht die Verfügbarkeit des Systems aber auch die ungünstigste Gesamtreak­tionszeit (wodurch sich die erforderlichen physika­lischen Abstände für die Montage der Sicherheitsbarrieren und Perimeter an der Maschine vergrößern).

Zulässiger Wertebereich: 1-65.535

Parametergruppe: SafetyConfiguration

Parameter: ConfigID

Jede AS-i-Applikation wird durch eine eindeutige Prüfsumme verifiziert. Diese wird in ASIMON vor dem Kopieren der Konfigurationsdaten in das AS-i Gateway und der Inbetriebnahme der AS-i-Applikation erzeugt. In ASIMON heißt diese Prüfsumme ConfigID.

Die Prüfsumme wird in EcoStruxure Machine Expert - Safety verwendet, um zu verifizieren, ob die im AS-i Gateway geladene Konfiguration gültig ist und der in EcoStruxure Machine Expert - Safety bekannten Konfigu­ration entspricht.

HINWEIS:

Jede Modifikation in der AS-i-Applikation führt zu einer neu berechneten ConfigID. Nach einer Modifikation der AS-i-Applikation, dem daraus resultierenden Eintragen des neuen ConfigID-Wertes in EcoStruxure Machine Expert - Safety und dem Neuerzeugen (Kompilieren) der sicherheitsbezogenen SLC-Applikation, ändert sich auch die 'Projekt-CRC' der SLC-Applikation. (Die 'Projekt-CRC' wird im 'Projekt-Info'-Dialog in EcoStruxure Machine Expert - Safety angezeigt.) Beachten Sie, dass eine geänderte 'Projekt-CRC' eine erneute Abnahmeprüfung für das gesamte sicherheitsbezogene Projekt zur Folge hat.

Entnehmen Sie die ConfigID-Prüfsumme aus dem ASIMON-Konfigura­tionstool und geben Sie sie im Parametrierungseditor als ConfigID-Wert ein.

Sie können die ConfigID auch am AS-i Gateway-Gerät anzeigen. Drücken Sie dazu am Gerät die 'OK'-Taste, um ins Menü zu gelangen und wählen Sie 'Safety > Safe Sercos > Config IDs (Node and Manager)', um die ConfigID anzuzeigen.

  • Der Eintrag 'Node' zeigt die aktuell im AS-i Gateway-Gerät konfig­urierte ConfigID.

  • Der Eintrag 'Manager' zeigt den ConfigID-Wert an, der in den sich­erheitsbezogenen AS-i Gateway-Parametern in EcoStruxure Machine Expert - Safety eingetragen ist.

    HINWEIS:

    Wenn der Wert 0 ist, dann besteht entweder keine Kommu­nikationsverbindung zwischen EcoStruxure Machine Expert - Safety und dem AS-i Gateway, oder die Kommunikation ist aufgrund der ungültigen ConfigID nicht möglich.

Indem Sie die Prüfsumme in EcoStruxure Machine Expert - Safety eingeben, bestätigen Sie, dass Sie das Mapping der sicherheitsbezo­genen Daten auf das '8 Bytes Safe Sercos Data'-Geräteobjekt in der AS-i-Applikation kennen und berücksichtigen.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Prüfen Sie das Mapping der AS-i-I/O-Daten auf das '8 Bytes Safe Sercos Data'-Geräteobjekt und die Verwendung der AS-i-Eingangs-/Ausgangsdatenbits in der sicherheitsbezogenen SLC-Applikation.

  • Prüfen Sie das Zusammenwirken der Applikation für das AS-i Gateway (mit seinen angeschlossenen I/O-Geräten) und der PacDrive 3-Applikation (LMC- und SLC-Programme).

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Weitere Informationen

Lesen Sie hierzu auch den Abschnitt "ConfigID von B+W entspricht sicherheitsbezogenem ConfigID-Parameter".