TM5CSLCx00FS: Sicherer Logik-Controller

 

Gruppe: Basic

Parameter: Zykluszeit

Standardwert

2.000

Werte­bereich

Schritt­weite

2.000...20.000

1

Einheit

µs

Beschreibung

Stellt die Zykluszeit des Sicheren Logik-Controllers ein.

Mögliche Werte

Der 'Zykluszeit'-Wert muss größer sein als die Verarbeit­ungszeit für die sicherheitsbezogene Anwendung. Falls der Parameter 'Zykluszeit' kleiner ist oder zu nahe an der Verarbeitungszeit, kann eine Zykluszeitverletzung auftreten.

Der 'Zykluszeit'-Wert muss ein ganzzahliges Vielfaches der Sercos-Zykluszeit sein.

Mit folgenden Schritten bestimmen Sie den korrekten Parameterwert für die SLC-'Zykluszeit' in Ihrer Applikation:

  1. Stellen Sie als temporären Inbetriebnahmewert die maxi­male 'Zykluszeit' für den SLC ein (siehe "Wertebereich" oben).

    Aufgrund dieser maximalen Zykluszeit ist möglicherweise die Safety-Reaktionszeit der Sicherheitsfunktion während der Inbetriebnahmephase ungeeignet für Ihre Sicherhe­itsfunktion. Beachten Sie den nachfolgenden Gefahren­hinweis.

  2. Erzeugen Sie die sicherheitsbezogene Applikation und senden Sie sie an den SLC.

  3. Wählen Sie 'Online > Sicherheitssteuerung' während EcoStruxure Machine Expert - Safety im Online-Modus läuft. Es erscheint der Kontrolldialog 'Sicherheitssteuerung'.

  4. Klicken Sie im Kontrolldialog 'Sicherheitssteuerung' auf die Schaltfläche 'Info'.

    Im Dialog 'Info Sicherheitssteuerung' wird die aktuelle Verarbeitungszeit angezeigt.

  5. Bestimmen Sie die SLC-Zykluszeit, indem Sie die angezeigte Verarbeitungszeit auf das nächste Viel­fache der Sercos-Zykluszeit aufrunden. Geben Sie diesen Wert als 'Zykluszeit' in den Parametereditor ein.

  6. Erzeugen Sie das sicherheitsbezogene Projekt neu und senden Sie es an den SLC.

    Nach dem Neustart sollte der SLC im Normalbetrieb laufen.

Während der oben beschriebenen Inbetriebnahmephase, läuft der SLC mit der maximalen Zykluszeit. Dies führt zu einer Safety-Reaktionszeit, die möglicherweise höher ist, als für Ihre Sicherheitsfunktion erforder­lich.

WARNUNG

NICHTERFÜLLEN DER SICHERHEITSANFORDERUNGEN

  • Verifizieren Sie die Auswirkungen einer erhöhten Safety-Reak­tionszeit.

  • Stellen Sie sicher, dass geeignete Maßnahmen (gemäß zutref­fender Sektornormen) getroffen wurden, um Gefährdungen während der Inbetriebnahmephase zu vermeiden.

  • Betreten Sie den Betriebsbereich nicht, während der SLC mit maxi­maler Zykluszeit betrieben wird.

  • Stellen Sie sicher, dass keine anderen Personen den Betriebsbereich betreten können, während der SLC mit maximaler Zykluszeit betrieben wird.

  • Verwenden Sie geeignete Sicherheitsverriegelungen, wenn eine Gefahr für Personen und/oder Ausrüstung besteht.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Parameter: SSDOBearbeitung

Standardwert

5 je Zyklus

Einheit

-/-

Beschreibung

Legt die Anzahl der azyklischen Prozessschritte pro Zyklus des Sicheren Logik-Controllers fest.

Der Parameter kann für die Optimierung des Bootverh­altens des Systems verwendet werden.

Mögliche Werte

  • Zeitabhaengig: Der Wert wird abhängig von der eingestellten Zykluszeit des Sicheren Logik-Controllers berechnet:

    Bei Zykluszeiten < = 3.000 µs = 1 je 5 Zyklen

    Bei Zykluszeiten > 3.000 µs = 1 je Zyklus

  • 1 je 5 Zyklen: Ein azyklischer Prozessschritt wird über 5 Zyklen des Sicheren Logik-Controllers verteilt.

    Möglicherweise lange Bootzeiten.

    Minimierter Kommunikations-Overhead in jedem Zyklus.

  • 1 je Zyklus: Ein azyklischer Prozessschritt wird pro Zyklus des Sicheren Logik-Controllers ausgeführt.

    Durchschnittliche Bootzeiten.

    Durchschnittlicher Kommunikations-Overhead in jedem Zyklus.

  • 5 je Zyklus: 5 azyklische Prozessschritte werden pro Zyklus des Sicheren Logik-Controllers durchgeführt.

    Minimale Bootzeiten.

    Maximaler Kommunikations-Overhead in jedem Zyklus.

Parameter: NodeGuardingTime-out

Standardwert

60

Werte­bereich

Schritt­weite

30...3.000

1

Einheit

s

Beschreibung

Legt die Dauer (Timeout-Wert) fest, nach der sicherheitsbezogene Module in den Zustand Pre-Operational gesetzt werden, falls der Sichere Logik-Controller nicht kommunizieren kann oder falls Kommunikationsprobleme zwischen dem sicherheitsbezogenen Modul und dem Sicheren Logik-Controller erkannt wurden.

Der Parameter definiert außerdem die Zeitverzögerung des Sicheren Logik-Controllers für die Erkennung eines nicht verfügbaren Moduls.

Zu beachten:

  • Je kürzer die Zeit, desto mehr Daten werden asyn­chron übertragen.

  • Diese Einstellung ist nicht kritisch hinsichtlich der Sicherheitsfunktionalität. Die Zeit für das sichere Abschalten von Aktoren wird unabhängig hiervon durch die resultierende Safety-Reaktionszeit ermit­telt (welche wiederum von den Safety-Reak­tionszeit-relevanten Parametern KommunikationsWatchdog, MinDatenübertra­gungszeit und MaxDatenübertragungszeit abhängt).

Parameter: AnzahlScans

Standardwert

5

Werte­bereich

Schritt­weite

1...10

1

Einheit

-/-

Beschreibung

Legt die Anzahl an Modulscans fest, die der Sichere Logik-Controller durchführt, falls er die konfigurierten sich­erheitsbezogenen Module nicht korrekt erkennen kann, bevor er feststellt, dass ein oder mehrere Module nicht verfügbar ist/sind (MXCHG-LED blinkt schnell).

Das Scannen wird fortgesetzt, auch wenn der Sichere Logik-Controller die LED für nicht verfügbare Module aktiviert hat.

Mögliche Werte

Ganzzahlige Werte im Bereich zwischen 1 und 10.

Parameter: FernbedienungErlauben

Standardwert

Nein

Einheit

-/-

Beschreibung

Aktiviert oder deaktiviert die Fernbedienung des Sicheren Logik-Controllers.

HINWEIS:

Die Fernbedienung des Sicheren Logik-Controllers kann mit Hilfe der Funktionsbausteine der 'SLCRemoteController'-Bibliothek in EcoStruxure Machine Expert durchgeführt werden.

Parameterwert

  • Ja-ACHTUNG: Fernbedienung des Sicheren Logik-Controllers aktiviert.

  • Nein: Fernbedienung des Sicheren Logik-Controllers deaktiviert.

Der Hersteller oder Betreiber der Maschine muss die von einer Fernbe­dienung ausgehenden Gefahren berücksichtigen, um einen unbeab­sichtigten Gerätebetrieb zu verhindern.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Platzieren Sie Bediengeräte der Steuerung in der Nähe der Maschine oder an einer Stelle, an der Sie freie Sicht auf die Maschine haben.

  • Schützen Sie Bedienbefehle vor nicht-autorisiertem Zugriff.

  • Falls Fernbedienung ein notwendiger Aspekt im Anwendungsde­sign ist, müssen Sie sicherstellen, dass bei der Fernbedienung ein kompetenter und qualifizierter Beobachter vor Ort ist.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Gruppe: SafetyResponseTimeDefaults

Die Safety-Reaktionszeit ist die Zeit zwischen dem Eintreffen des Sensorsignals am Eingangskanal eines sicherheitsbezogenen Eingang­smoduls und dem Abschaltsignal am Ausgangskanal eines sicherheits­bezogenen Ausgangsmoduls. Die Parameter in dieser Gruppe beeinflussen die Safety-Reaktionszeit des Sicheren Logik-Controller-Systems. Weitere detaillierte Hintergrundinformationen finden Sie im Thema "Safety-Reaktionszeit".

Neben der Gruppe 'SafetyResponseTimeDefaults' besitzt jedes Modul seine eigene Gruppe 'SafetyResponseTime'. Die Parameter in der Gruppe 'SafetyResponseTimeDefaults' des Sicheren Logik-Controllers gelten für diejenigen sicherheitsbezogenen Module, für die der Param­eter ManuelleKonfiguration auf 'Nein' eingestellt ist. Dadurch lassen sich die Parameter, die für die Safety-Reaktionszeit relevant sind, für die in der Applikation beteiligten Module identisch konfigurieren. Jedes sicher­heitsbezogene Eingangsmodul oder Ausgangsmodul, für das Manuelle­Konfiguration auf 'Ja' eingestellt ist, verwendet seine eigenen modulspezifischen Parameterwerte.

Parameter: MinDatenübertragungszeit

Standardwert

12

Werte­bereich

Schritt­weite

12...500

1

Einheit

100 µs

Beschreibung

Legt die benötigte Mindestzeit für die Übertragung eines Datentelegramms zwischen Producer und Consumer fest. Wird ein Telegramm früher (vom Consumer) empfangen, als durch diesen Parameterwert vorgegeben, so wird die Kommunikation als ungültig betrachtet.

EcoStruxure Machine Expert - Safety verfügt über einen Berechnungsdialog für die Bestimmung dieses Parameterwertes.

Begriffsdefinition und Hintergrundinformation

Gemäß openSAFETY-Spezifikation kommunizieren Geräte (sicherheitsbezogene I/O-Module und der Sichere Logik-Controller), indem sie zyklisch Daten, sogenannte openSAFETY-Telegramme, senden und empfangen. Ein Gerät, das Telegramme erzeugt (sendet), wird als Producer bezeichnet, ein empfangendes Gerät als Consumer.

Jedes Telegramm enthält einen Zeitstempel für die Zeitvalidierung der Kommunikation. Beim Empfang eines Telegramms vergleicht der Consumer diesen Zeitstempel mit der aktuellen Zeit. Falls der Zeitplan eingehalten wurde, wird die Kommunikation als gültig betrachtet.

Wird ein Telegramm früher empfangen, als durch diesen Parameter definiert, wird die Kommunikation als ungültig betrachtet und nicht weiter fortgesetzt. Dadurch steuert auch das Prozessdaten-Element 'SafeModuleOK' auf SAFEFALSE und zeigt damit an, dass die sicherheitsbezogene Kommunikation des Moduls nicht länger gültig ist.

Berechnung der Werte

So berechnen Sie den MinDatenübertragungszeit-Wert

  1. Wählen Sie 'Projekt > Reaktionszeit Relevante Parameter'.

  2. Öffnen Sie im erscheinenden Dialog das Register 'Default'.

  3. Abschnitt 'Variable Parameter':

    Falls zur Berechnung des Parameterwerts MinData­TransportTime eine andere Sercos III-Zykluszeit als die in EcoStruxure Machine Expert eingestellte verwendet wird (z.B. um Änderungen der Zykluszeit durch das Anwendungsprogramm zu berücksich­tigen), markieren Sie 'Selektierbar' und wählen unter 'Sercos III Zykluszeit' die gewünschte Zeit aus bzw. geben diese ein.

    Das Kontrollkästchen 'Ring/Doppellinie' beeinflusst nur den Wert MaxDatenübertragungszeit. Das Kontrollkästchen 'Ring/Doppellinie' beeinflusst nicht den Wert MinDatenübertragungszeit.

    Ein eingegebener 'Paketverlust' beeinflusst nicht den Wert für MinDatenübertragungszeit, sondern nur den KommunikationsWatchdog-Wert.

    Der Abschnitt 'System Parameter' ist schreibges­chützt und zeigt System-/Moduleigenschaften an, die in EcoStruxure Machine Expert eingestellt wurden. Werden diese Parameter verändert, während der Dialog geöffnet ist, aktualisieren sich die Werte automatisch ohne Schließen des Berech­nungsdialogs.

  4. Der berechnete MinDatenübertragungszeit-Wert wird im Bereich 'Ergebnis' angezeigt.

    Notieren Sie den Ergebniswert und geben Sie ihn in das Parameterfeld MinDatenübertragungszeit der Parame­tertabelle des Sicheren Logik-Controllers ein.

Praktische Werte

Die Verwendung des in EcoStruxure Machine Expert - Safety berechneten Werts für MinDatenübertragungszeit führt zu einem stabil laufenden System.

Parameter: MaxDatenübertragungszeit

Standardwert

200

Werte­bereich

Schritt­weite

12...65.000

1

Einheit

100 µs

Beschreibung

Definiert die erlaubte maximale Zeit für die Übertragung eines Datentelegramms zwischen Producer und Consumer. Wird ein Telegramm später (vom Consumer) empfangen, als durch diesen Parameterwert vorgegeben, so wird die Kommunikation als ungültig betrachtet.

EcoStruxure Machine Expert - Safety verfügt über einen Berechnungsdialog für die Bestimmung dieses Parameterwertes.

HINWEIS:

Der Parameterwert beeinflusst die von EcoStruxure Machine Expert - Safety berechnete Safety-Reaktionszeit.

Begriffsdefinition und Hintergrundinformation

Gemäß openSAFETY-Spezifikation kommunizieren Geräte (sicherheitsbezogene I/O-Module und der Sichere Logik-Controller), indem sie zyklisch Daten, sogenannte openSAFETY-Telegramme, senden und empfangen. Ein Gerät, das Telegramme erzeugt (sendet), wird als Producer bezeichnet, ein empfangendes Gerät als Consumer.

Jedes Telegramm enthält einen Zeitstempel für die Zeitvalidierung der Kommunikation. Beim Empfang eines Telegramms vergleicht der Consumer diesen Zeitstempel mit der aktuellen Zeit. Falls der Zeitplan eingehalten wurde, wird die Kommunikation als gültig betrachtet.

Wird ein Telegramm verspätet empfangen, so wird die Kommunikation als ungültig betrachtet und nicht weiter fortgesetzt. Die Auswirkungen für den Rest der sicherheitsbezogenen Systeme hängen von der definierten sicherheitsbezogenen Funktion ab.

Berechnung der Werte

So berechnen Sie den MaxDatenübertragungszeit-Wert

  1. Wählen Sie 'Projekt > Reaktionszeit Relevante Parameter'.

  2. Öffnen Sie im erscheinenden Dialog das Register 'Default'.

  3. Abschnitt 'Variable Parameter':

    Falls zur Berechnung des Parameterwerts MaxDatenübertragungszeit eine andere Sercos III-Zykluszeit als die in EcoStruxure Machine Expert eingestellte verwendet werden soll (z.B. um Änderungen der Zykluszeit durch das Anwendung­sprogramm zu berücksichtigen), markieren Sie 'Selektierbar' und wählen unter 'Sercos III Zykluszeit' die gewünschte Zeit aus bzw. geben diese ein.

    Kontrollkästchen 'Ring/Doppellinie': Ring- und Doppel­linienstrukturen erfordern höhere Parameterwerte, um ein stabil laufendes System zu realisieren. Markieren Sie 'Ring/Doppellinie', um die Busstruktur zu berücksichtigen.

    Das Kontrollkästchen ist standardmäßig markiert und so für eine Ringstruktur wie auch für eine Doppellinien­struktur geeignet. Wenn Sie eine Linienstruktur realis­ieren, kann das Kontrollkästchen deaktiviert werden, um den resultierenden Parameterwert zu verringern. Werte, die für eine Ring-/Doppellinienstruktur berechnet wurden, können für eine Linienstruktur verwendet werden, umgekehrt jedoch nicht.

    Ein eingegebener 'Paketverlust' beeinflusst nicht die MaxDatenübertragungszeit, sondern nur den KommunikationsWatchdog-Wert.

    Der Abschnitt 'System Parameter' ist schreibges­chützt und zeigt System-/Moduleigenschaften an, die in EcoStruxure Machine Expert eingestellt wurden. Werden diese Parameter verändert, während der Dialog geöffnet ist, aktualisieren sich die Werte automatisch ohne Schließen des Berech­nungsdialogs.

  4. Der berechnete MaxDatenübertragungszeit-Wert wird im Bereich 'Ergebnis' angezeigt.

    Notieren Sie den Ergebniswert und geben Sie ihn in das Parameterfeld MaxDatenübertragungszeit der Parame­tertabelle des Sicheren Logik-Controllers ein.

Praktische Werte

Die Verwendung des in EcoStruxure Machine Expert - Safety berechneten Werts für MaxDatenübertragungszeit führt zu einem stabil laufenden System.

Parameter: KommunikationsWatchdog

Standardwert

200

Werte­bereich

Schritt­weite

1...65.535

1

Einheit

100 µs

Beschreibung

Definiert die maximale Zeitspanne, in der ein Consumer ein gültiges Datentelegramm von einem Producer empfangen muss, damit die sicherheitsbezogene Kommunikation als gültig betrachtet und die Applikation fortgesetzt wird. Der Parameter stellt einen Watchdog-Timer ein, der den rechtzeitigen Empfang der Telegramme vom Producer im Consumer überwacht. Läuft der Watchdog ab, so wird die Kommunikation als ungültig betrachtet.

EcoStruxure Machine Expert - Safety verfügt über einen Berechnungsdialog für die Bestimmung dieses Parameterwertes.

HINWEIS:

Der Parameterwert beeinflusst die von EcoStruxure Machine Expert - Safety berechnete Safety-Reaktionszeit.

Begriffsdefinition und Hintergrundinformation

Gemäß openSAFETY-Spezifikation kommunizieren Geräte (sicherheitsbezogene I/O-Module und der Sichere Logik-Controller), indem sie zyklisch Daten, sogenannte openSAFETY-Telegramme, senden und empfangen. Ein Gerät, das Telegramme erzeugt (sendet), wird als Producer bezeichnet, ein empfangendes Gerät als Consumer.

Der KommunikationsWatchdog-Wert hängt physikalisch von der Übertragungszeit ab, die für die Übertragung des Telegramms von einem Producer zu einem Consumer benötigt wird und beeinflusst die ungünstigste Gesamtreaktionszeit des Systems. Deshalb hängt der berechnete Wert vom Wert des Parameters MaxDatenübertragungszeit ab.

Falls der Empfänger das Telegramm rechtzeitig erhält (KommunikationsWatchdog ist noch nicht abgelaufen und die Übertragungszeit liegt innerhalb der durch die Parameter MinDatenübertragungszeit und MaxDatenübertragungszeit vorgegeben Zeitgrenzen), wird der Watchdog-Timer erneut gestartet und die Kommunikation wird als gültig betrachtet. Der Zeitstempel im eingehenden Telegramm wird dabei nicht ausgewertet. Relevant ist nur, dass das Telegramm empfangen wird.

Falls kein Telegramm empfangen wird (wegen Verzögerung oder Verlust) und der KommunikationsWatchdog im Consumer abläuft, nimmt das Modul seinen definierten sicheren Zustand ein. Dadurch steuert auch das Prozessdaten-Element 'SafeModuleOK' auf SAFEFALSE und zeigt damit an, dass die sicherheitsbezogene Kommunikation des Moduls nicht länger gültig ist.

Berechnung der Werte

So berechnen Sie den KommunikationsWatchdog-Wert

  1. Wählen Sie 'Projekt > Reaktionszeit Relevante Parameter'.

  2. Öffnen Sie im erscheinenden Dialog das Register 'Default'.

  3. Abschnitt 'Variable Parameter':

    Falls eine andere Sercos III-Zykluszeit als die in EcoStruxure Machine Expert eingestellte verwendet werden soll, um den Wert für Kommunikation­sWatchdog zu berechnen (z.B. um Änderungen der Zykluszeit durch das Anwendungsprogramm zu berücksichtigen), markieren Sie 'Selektierbar' und wählen unter 'Sercos III Zykluszeit' die gewünschte Zeit aus bzw. geben diese ein.

    Kontrollkästchen 'Ring/Doppellinie': Ring- und Doppel­linienstrukturen erfordern höhere Parameterwerte, um ein stabil laufendes System zu realisieren. Markieren Sie 'Ring/Doppellinie', um die Busstruktur zu berücksichtigen.

    Das Kontrollkästchen ist standardmäßig markiert und so für eine Ringstruktur wie auch für eine Doppellinien­struktur geeignet. Wenn Sie eine Linienstruktur realis­ieren, kann das Kontrollkästchen deaktiviert werden, um den resultierenden Parameterwert zu verringern. Werte, die für eine Ring-/Doppellinienstruktur berechnet wurden, können für eine Linienstruktur verwendet werden, umgekehrt jedoch nicht.

  4. Abschnitt 'Desired Fault Tolerance':

    Durch Erhöhen der Anzahl an erlaubten Paketverlusten wird das System toleranter. Dadurch erhöht sich das berechnete minimale Watchdogintervall. Geben Sie einen ganzzahligen Wert zwischen 0 und 99 ein, um die Anzahl an Telegrammen festzulegen, die verloren gehen dürfen.

    Der Abschnitt 'System Parameter' ist schreibges­chützt und zeigt System-/Moduleigenschaften an, die in EcoStruxure Machine Expert eingestellt wurden. Werden diese Parameter verändert, während der Dialog geöffnet ist, aktualisieren sich die Werte automatisch ohne Schließen des Berech­nungsdialogs.

  5. Der berechnete KommunikationsWatchdog-Wert wird im Bereich 'Ergebnis' angezeigt.

    Notieren Sie den Ergebniswert und geben Sie ihn in das Parameterfeld KommunikationsWatchdog der Parame­tertabelle des Sicheren Logik-Controllers ein.

Werte

Für den KommunikationsWatchdog-Wert, den Sie in die Parametertabelle ('Geräte'-Fenster) eingeben müssen, gilt Folgendes:

  • Für die Inbetriebnahme eines Systems sollte der KommunikationsWatchdog-Wert gleich groß oder größer sein als die größte Zykluszeit im System (z.B. die Sercos III-Zykluszeit).

  • Ein höherer Wert als der berechnete Kommunika­tionsWatchdog-Wert erhöht die Verfügbarkeit des Systems aber auch die ungünstigste Gesamtreak­tionszeit (wodurch sich die erforderlichen physika­lischen Abstände für die Montage der Sicherheitsbarrieren und Perimeter an der Maschine vergrößern).

Gruppe: Commissioning

Parameter: SafeMachineOptionxx

Dieser Parameter ist nur für Controller des Typs SLC200 verfügbar.

Standardwert

AUS

Einheit

-/-

Beschreibung

Ermöglicht während des Hochlaufens die Aktivierung oder Deaktivierung eines bestimmten sicherheitsbezogenen Moduls (Maschinenoption). Dadurch lassen sich modulare Systeme teilweise oder vollständig steuern.

Dies sind Inbetriebnahme-Parameter, die auch von Anwendern der Gruppe 'Inbetriebnahme' eingestellt werden können.

Hintergrundinformation

Für jede Maschinenoption ist im Gerätebaum ('Geräte'-Fenster) unter SLC\SafeMachineOptions ein Prozessdaten-Element verfügbar. Indem Sie solche Elemente in den FBS/KOP-Editor ziehen, lassen sie sich in der Anwendung als SAFEBOOL-Variablen verwenden. Wird eine solche Variable beispielsweise am Eingang ACTIVATE eines sicherheitsbezogenen PLCopen-Funktionsbausteins angeschlossen, so kann ihr Wert die Sicherheitsfunktion, die von diesem sicherheitsbezogenen Funktionsbaustein realisiert wird, aktivieren bzw. deaktivieren.

Wird der Parameterwert einer bestimmten Maschinenoption auf AUS/EIN gesetzt, so wird die zugewiesene sicherheitsbezogene Variable entsprechend gesetzt/rückgesetzt. Der Parameter kann somit verwendet werden, um z.B. alle Eingänge/Ausgänge eines sicherheitsbezogenen Moduls zu aktivieren/deaktivieren.

Parameterwert

  • EIN: Maschinenoption xx ist aktiviert.

    Kanal SafeMachineOptionxx wird auf SAFETRUE gesteuert.

  • AUS: Maschinenoption xx ist deaktiviert.

    Kanal SafeMachineOptionxx wird auf SAFEFALSE gesteuert.

Prozessdaten-Elemente des Sicheren Logik-Controllers

Datentyp xxx

Beschreibung

Standardsignale des SLC (verschiedene Datentypen), die zum Standard-Controller (nicht-sicherheitsbezogen) übertragen oder von dort empfangen werden. xxx ist die Signalkennung.

Datentypen

Es sind Signale unterschiedlicher Datentypen verfügbar: BOOL, INT, UINT, UDINT.

Zugriffsart

ico_InProcessDataItem_standard.png Standard-Eingangssignal, kann von der sicherheitsbezogenen Applikation gelesen werden

ico_ControlProcessDataItem_standard.png Standard-Ausgangssignal, kann von der sicherheitsbezogenen Applikation geschrieben werden

Mögliche Werte

Wenn die Kommunikation zwischen dem Sicheren Logik-Controller und dem Standard-Controller (nicht-sicherheitsbezogen) korrekt funktioniert und SafeModuleOK = SAFETRUE, hängen die möglichen Werte vom Datentyp der Variablen ab (nur Standard-Datentypen).