SF_Equivalent

 

Gültig für Funktionsbaustein SF_Equivalent_V1_0z, Version 1.0z (z = 0 bis 9).

Kurzbeschreibung

Der sicherheitsbezogene Funktionsbaustein SF_Equivalent überwacht die Signale von zwei sicherheitsbezogenen Eingangsklemmen auf gleiche Signalzustände. Diese Signale stammen typischerweise von zweikanaligen Sensoren oder Schaltern wie z.B. von einem NOT-HALT-Befehlsgerät.

Das Freigabesignal S_EquivalentOut wird SAFETRUE, wenn der Funktionsbaustein aktiviert ist, keinen Fehler erkannt hat und die Eingänge S_ChannelA und S_ChannelB innerhalb der an DiscrepancyTime eingestellten Zeit beide den Zustand SAFETRUE haben.

PROG_Equivalent_ico_editor.png

Dazu muss der Funktionsbaustein aktiviert sein (Activate = TRUE) und darf keinen Fehler erkannt haben (Error = FALSE).

HINWEIS:

Beschalten Sie immer beide Eingänge entweder jeweils mit Öffnerkontakten oder mit Schließerkontakten.

Eingänge des Funktionsbausteins

Detaillierte Informationen erhalten Sie durch Klicken auf die entsprech­enden Hyperlinks.

Name

Kurzbeschreibung

Wert

Activate

Zustandsgesteuerter  Eingang zur Aktivierung des Funktionsbausteins.

Datentyp: BOOL

Anfangswert: FALSE

  • FALSE: Funktions­baustein inaktiv

  • TRUE: Funktions­baustein aktiviert

S_ChannelA

Zustandsgesteuerter  Eingang für Kanal A des angeschlossenen zweikanaligen Schalters oder Sensors.

Datentyp: SAFEBOOL

Anfangswert: SAFE­FALSE

  • SAFEFALSE: Anforderung, S_EquivalentOut auf SAFEFALSE zu steuern.

  • SAFETRUE: Anforderung, S_EquivalentOut auf SAFETRUE zu steuern.

S_ChannelB

Zustandsgesteuerter  Eingang für Kanal B des angeschlossenen zweikanaligen Schalters oder Sensors.

Datentyp: SAFEBOOL

Anfangswert: SAFE­FALSE

  • SAFEFALSE: Anforderung, S_EquivalentOut auf SAFEFALSE zu steuern.

  • SAFETRUE: Anforderung, S_EquivalentOut auf SAFETRUE zu steuern.

DiscrepancyTime

Eingang zur Vorgabe der maximal zulässigen Diskrepanzzeit in Sekunden. Innerhalb dieser Diskrepanzzeit dürfen die Signale an S_ChannelA und S_ChannelB unterschiedlich steuern.

Datentyp: TIME

Anfangswert: #0ms

Eine Überschreitung der Diskrepanzzeit liegt vor, wenn nach Ablauf der eingestellten Zeitspanne unterschiedliche Zustände an den Eingängen anliegen. Dies führt zu einer Fehlermeldung (Ausgang Error = TRUE und Ausgang S_EquivalentOut = SAFEFALSE).

Geben Sie einen Zeitwert ein, der Ihrer Risikoanalyse entspricht.

Beachten Sie den Gefahrenhinweis unter dieser Tabelle.

WARNUNG

NICHTERFÜLLEN DER SICHERHEITSANFORDERUNGEN

  • Stellen Sie sicher, dass der an DiscrepancyTime eingestellte Zeit­wert Ihrer Risikoanalyse entspricht.

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Risikoanalyse eine Auswertung für den Fall eines falsch eingestellten Zeitwerts für den Parameter DiscrepancyTime enthält.

  • Validieren Sie die gesamte Sicherheitsfunktion in Bezug auf den eingestellten Wert an DiscrepancyTime und prüfen Sie die Applika­tion sorgfältig.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Ausgänge des Funktionsbausteins

Name

Kurzbeschreibung

Wert

Ready

Ausgang zur Signalisierung "Funktionsbaustein ist aktiviert/nicht aktiviert".

Datentyp: BOOL

  • FALSE: Der Funk­tionsbaustein ist nicht aktiviert (Acti­vate = FALSE) und alle Ausgänge des Funktionsbausteins sind auf FALSE/SAFE­FALSE gesteuert.

  • TRUE: Funktions­baustein ist aktiviert (Activate = TRUE) und die Ausgangspa­rameter stellen den Zustand der Sicher­heitsfunktion dar.

S_EquivalentOut

Ausgang für das Freigabesignal des Funktionsbausteins.

Datentyp: SAFEBOOL

Beachten Sie den Gefahrenhinweis unter dieser Tabelle.

  • SAFEFALSE:

    • Mindestens ein Eingang hat den Zustand SAFE­FALSE

    • oder der Funktions­baustein hat einen Fehler erkannt

    • oder der Funktions­baustein ist nicht aktiviert.

  • SAFETRUE:

    • Der Funktions­baustein ist aktiviert.

    • und beide Eingänge haben den Zustand SAFETRUE

    • und vom Funktions­baustein wurde kein Fehler erkannt.

Error

Ausgang für Fehlermeldung.

Datentyp: BOOL

HINWEIS:

Zum Rücksetzen der Fehler­meldung muss an beiden Eingängen der Zustand SAFE­FALSE angelegt werden.

  • FALSE: Es liegt kein Fehler vor.

  • TRUE: Der Funk­tionsbaustein hat einen Fehler erkannt. In der Folge steuert Ausgang S_Equiva­lentOut auf SAFE­FALSE.

DiagCode

Ausgang für Diagnosemeldung.

Datentyp: WORD

Diagnosemeldung des Funktionsbausteins.

Die möglichen Werte sind im Thema "Diag­nose-Codes" aufgelistet und beschrieben.

Der Funktionsbaustein unterstützt eine sicherheitsbezogene Überwa­chungsfunktion, aber keine sicherheitsbezogene Steuerungsfunktion.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Stellen Sie sicher, dass das Freigabesignal S_EquivalentOut nicht direkt den Sicherheitsprozess steuert.

  • Validieren Sie die gesamte Sicherheitsfunktion, inklusive dem Anlaufverhalten des Prozesses und prüfen Sie die Applikation sorgfältig.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Signalablauf-Diagramm

Das folgende Beispiel zeigt den Signalverlauf wenn beide Eingänge innerhalb der Diskrepanzzeit auf SAFETRUE oder SAFEFALSE wechseln.

HINWEIS:

Die Signalablauf-Diagramme in dieser Dokumentation vernachlässigen möglicherweise bestimmte Diagnose-Codes. So kann beispielsweise ein Diagnose-Code im Diagramm fehlen, wenn der betreffende Status des Funktionsbausteins ein temporärer Übergangszustand ist und nur für einen Zyklus der Sicherheitssteuerung aktiv ist.

Es werden nur typische Signalkombinationen der Eingangssignale darg­estellt. Weitere Signalkombinationen sind möglich.

PROG_Equivalent_Signal1.png

0

Der Funktionsbaustein ist noch nicht aktiviert (Activate = FALSE).

Folglich sind alle Ausgänge FALSE oder SAFEFALSE.

1

Bausteinaktivierung (Activate = TRUE). Währenddessen liegt an den Eingängen S_ChannelA und S_ChannelB jeweils SAFEFALSE an.

2

S_ChannelA wechselt auf SAFETRUE. Die Diskrepanzzeitmessung startet mit dem Zustandswechsel eines Eingangs.

3

S_EquivalentOut steuert auf SAFETRUE, weil beide Eingänge (S_ChannelA und S_ChannelB) innerhalb der Diskrepanzzeit DiscrepancyTime von SAFEFALSE auf SAFETRUE wechseln.

4

S_EquivalentOut steuert auf SAFEFALSE, da S_ChannelB auf SAFEFALSE wechselt. Mit dem Zustandswechsel an S_ChannelB startet die Diskrepanzzeitmessung.

5

S_EquivalentOut und Error bleiben FALSE, da innerhalb der Diskrepanzzeit auch der Eingang S_ChannelA auf SAFEFALSE wechselt.

6

Die Diskrepanzzeitmessung startet mit dem erneuten Zustandswechsel an S_ChannelB.

7

S_EquivalentOut steuert auf SAFETRUE, weil beide Eingänge (S_ChannelA und S_ChannelB) innerhalb der Diskrepanzzeit DiscrepancyTime von SAFEFALSE auf SAFETRUE wechseln.

8

S_EquivalentOut steuert auf SAFEFALSE, da S_ChannelA auf SAFEFALSE wechselt. Mit dem Zustandswechsel an S_ChannelA startet die Diskrepanzzeitmessung.

S_EquivalentOut bleibt SAFEFALSE, weil S_ChannelB innerhalb der Diskrepanzzeit DiscrepancyTime ebenfalls auf SAFEFALSE wechselt.

HINWEIS:

Beachten Sie auch das weitere Signalablauf-Diagramm.

Anwendungsbeispiel

Dieses Beispiel zeigt eine zweikanalige Ansteuerung des sicherheits­bezogenen Funktionsbausteins SF_EmergencyStop mit Hilfe des sich­erheitsbezogenen Funktionsbausteins SF_Equivalent. Das NOT-HALT-Befehlsgerät ist an den Eingängen I0 und I1 des sicherhe­itsbezogenen Eingangsgeräts SDI mit der Kennung 1 angeschlossen.

Die Öffnerkontakte des NOT-HALT-Befehlsgeräts werden zur Auswer­tung mit dem sicherheitsbezogenen Funktionsbaustein SF_Equivalent verschaltet. Das daraus resultierende Freigabesignal S_EquivalentOut des Funktionsbausteins SF_Equivalent wird zur weiteren Auswertung mit dem sicherheitsbezogenen Funktionsbaustein SF_EmergencyStop verschaltet.

HINWEIS:

Der Freigabeausgang S_EStopOut des Funktionsbausteins SF_Emer­gencyStop ist direkt mit einer globalen I/O-Variablen oder über weitere sicherheitsbezogene Funktionen/Funktionsbausteine mit einer Ausgangsklemme der Applikation verschaltet.

Verschalten Sie den Freigabeausgang S_EStopOut des Funktions­bausteins SF_EmergencyStop beispielsweise mit Eingang S_OutCon­trol des Funktionsbausteins SF_EDM und realisieren Sie auf diese Weise eine zweikanalige Ausgangsverschaltung.

Weitere Informationen

Beachten Sie auch die Details und weitere Informationen zu diesem Beispiel.

PROG_Equivalent_ApplicationExample.png

S1

NOT-HALT

S2

Reset

noteOnImage.png 

Siehe Hinweis vor der Abbildung

Detailinformationen

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Abschnitten: