Gültig für Funktionsbaustein SF_ModeSelector_V1_0z, Version 1.0z (z = 0 bis 9).
Kurzbeschreibung
Der sicherheitsbezogene Funktionsbaustein SF_ModeSelector wertet die Zustände eines Betriebsartenwahlschalters mit bis zu acht Stellungen aus. So kann z.B. mittels eines mechanischen Betriebsartenwahlschalters eine bestimmte Betriebsart (z.B. Servicebetrieb, Einrichtbetrieb, Reinigungsbetrieb, usw.) für den Betrieb der sicherheitsbezogenen Anwendung eingestellt werden. |
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Eingänge des Funktionsbausteins
Detaillierte Informationen erhalten Sie durch Klicken auf die entsprechenden Hyperlinks.
Name |
Kurzbeschreibung |
Wert |
Zustandsgesteuerter Eingang zur Aktivierung des Funktionsbausteins. Datentyp: BOOL Anfangswert: FALSE |
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Zustandsgesteuerte Eingänge für den Status des angeschlossenen Betriebsartenwahlschalters. Es darf immer nur an einem der Eingänge ein SAFETRUE-Signal anliegen. Datentyp: SAFEBOOL Anfangswert: SAFEFALSE Wird am Betriebsartenwahlschalter mehr als eine Betriebsart detektiert, führt dieses Verhalten sofort zum Fehler. Wenn keine Betriebsart angewählt ist (S_Mode0 bis S_Mode7 = SAFEFALSE), führt dies erst nach Ablauf der an ModeMonitorTime eingestellten Zeit zum Fehler. HINWEIS: Wenn die eingestellte Betriebsart durch S_Unlock = SAFEFALSE verriegelt ist, wird die Signalkombination an den Eingängen (S_Mode0 bis S_Mode7) nicht ausgewertet. |
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Zustandsgesteuerter Eingang zum Ver- und Entriegeln der Betriebsartenumschaltung (S_Mode0 bis S_Mode7), z.B. durch einen Schlüsselschalter. Datentyp: SAFEBOOL Anfangswert: SAFEFALSE |
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Flankengesteuerter Eingang zum Bestätigen bzw. Freigeben der an S_Mode0 bis S_Mode7 eingestellten Betriebsart. Datentyp: SAFEBOOL Anfangswert: SAFEFALSE Eine manuelle Übernahmebestätigung (durch eine Flanke SAFEFALSE > SAFETRUE an Eingang S_SetMode) ist notwendig, wenn AutoSetMode auf FALSE eingestellt ist. |
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Zustandsgesteuerter Eingang zur Vorgabe der automatischen Übernahme der an den Eingängen S_Mode0 bis S_Mode7 eingestellten Betriebsart. Datentyp: BOOL Anfangswert: FALSE HINWEIS: Wenn die eingestellte Betriebsart durch S_Unlock = SAFEFALSE verriegelt ist, wird kein Betriebsartenwechsel durchgeführt. Die automatische Übernahme der eingestellten Betriebsart (AutoSetMode = TRUE) darf nur verwendet werden, wenn sichergestellt ist, dass bei einem Anlauf der Maschine/Anlage keine gefahrbringende Situation entstehen kann oder dass an anderer Stelle oder mit anderen Mitteln in geeigneter Form ein Wiederanlauf verhindert wird. Beachten Sie den ersten Gefahrenhinweis unter dieser Tabelle. |
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Eingang zur Vorgabe der maximal zulässigen Umschaltzeit beim Wechseln der Betriebsart. Datentyp: TIME Anfangswert: #0ms Während der an ModeMonitorTime eingestellten Zeit dürfen alle Eingänge gleichzeitig ein SAFEFALSE-Signal aufweisen. Danach führt ein gleichzeitiges SAFEFALSE-Signal an S_Mode0 bis S_Mode7 zum Fehler (Error = TRUE). Wird am Betriebsartenwahlschalter mehr als eine Betriebsart detektiert, führt dieses Verhalten sofort zum Fehler. |
Geben Sie einen Zeitwert ein, der Ihrer Risikoanalyse entspricht. Beachten Sie den zweiten Gefahrenhinweis unter dieser Tabelle. |
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Flankengesteuerter Eingang für das Rücksetz-Signal: Rücksetzen von Fehlermeldungen wenn die Fehlerursache nicht mehr besteht. Das Rücksetzen eines Fehlers durch eine positive Signalflanke an Eingang Reset kann dazu führen, dass Ausgang S_Mode0Sel bis S_Mode7Sel sofort auf SAFETRUE gesteuert wird (in Abhängigkeit der Zustände an den übrigen Eingängen). Beachten Sie den dritten Gefahrenhinweis unter dieser Tabelle. Datentyp: BOOL Anfangswert: FALSE HINWEIS: Abweichend von der Norm EN ISO 13849-1 erfolgt das Rücksetzen nicht wie dort gefordert durch eine negative (fallende) sondern durch eine positive (steigende) Flanke. |
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WARNUNG
UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS
Prüfen Sie vor der Inbetriebnahme die Auswirkungen einer automatischen Übernahme der eingestellten Betriebsart auf Ihre Maschine bzw. Ihren Prozess.
Beachten Sie die vorgegebenen Richtlinien in relevanten Sektornormen bezüglich der automatischen Übernahme der eingestellten Betriebsart.
Stellen Sie sicher, dass an anderer Stelle oder mit anderen Mitteln eine geeignete Anlaufsperre realisiert ist.
Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.
WARNUNG
NICHTERFÜLLEN DER SICHERHEITSANFORDERUNGEN
Stellen Sie sicher, dass der an ModeMonitorTime eingestellte Zeitwert Ihrer Risikoanalyse entspricht.
Stellen Sie sicher, dass Ihre Risikoanalyse eine Auswertung für den Fall eines falsch eingestellten Zeitwerts für den Parameter ModeMonitorTime enthält.
Validieren Sie die gesamte Sicherheitsfunktion in Bezug auf den eingestellten Wert an ModeMonitorTime und prüfen Sie die Applikation sorgfältig.
Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.
WARNUNG
UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSSTART
Berücksichtigen Sie in Ihrer Risikoanalyse die Auswirkungen des Rücksetzens, das durch eine positive Signalflanke an Eingang Reset erfolgt.
Stellen Sie sicher, dass geeignete Maßnahmen (gemäß zutreffender Sektornormen) getroffen wurden, um Gefährdungen durch das Rücksetzen zu verhindern.
Betreten Sie den Betriebsbereich nicht, wenn das Rücksetzen durchgeführt wird.
Stellen Sie sicher, dass keine anderen Personen den Betriebsbereich betreten können, wenn das Rücksetzen durchgeführt wird.
Verwenden Sie geeignete Sicherheitsverriegelungen, wenn eine Gefahr für Personen und/oder Ausrüstung besteht.
Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.
Ausgänge des Funktionsbausteins
Name |
Kurzbeschreibung |
Wert |
Ausgang zur Signalisierung "Funktionsbaustein ist aktiviert/nicht aktiviert". Datentyp: BOOL |
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S_Mode0Sel bis S_Mode7Sel |
Ausgänge zur Signalisierung der eingestellten Betriebsart. Es kann immer nur ein Ausgang gleichzeitig ein SAFETRUE-Signal aufweisen. Datentyp: SAFEBOOL |
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Ausgang zur Signalisierung, ob an den Ausgängen S_Mode0Sel bis S_Mode7Sel eine Signalkombination ausgegeben wird. |
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Ausgang für Fehlermeldung. Datentyp: BOOL |
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Ausgang für Diagnosemeldung. Datentyp: WORD |
Diagnosemeldung des Funktionsbausteins. Die möglichen Werte sind im Thema "Diagnose-Codes" aufgelistet und beschrieben. |
Signalablauf-Diagramm
Das Diagramm zeigt den Signalablauf für einen gültigen Wechsel der Betriebsart innerhalb der an ModeMonitorTime eingestellten Überwachungszeit.
AutoSetMode = FALSE: Zur Übernahme der eingestellten Betriebsart ist eine manuelle Bestätigung durch eine positive Flanke an Eingang S_SetMode notwendig.
S_Unlock = SAFETRUE: Eine Umschaltung der Betriebsart ist möglich.
HINWEIS:
Beachten Sie auch das weitere Signalablauf-Diagramm.
HINWEIS:
Die Signalablauf-Diagramme in dieser Dokumentation vernachlässigen möglicherweise bestimmte Diagnose-Codes. So kann beispielsweise ein Diagnose-Code im Diagramm fehlen, wenn der betreffende Status des Funktionsbausteins ein temporärer Übergangszustand ist und nur für einen Zyklus der Sicherheitssteuerung aktiv ist.
Es werden nur typische Signalkombinationen der Eingangssignale dargestellt. Weitere Signalkombinationen sind möglich.
0 |
Der Funktionsbaustein ist noch nicht aktiviert (Activate = FALSE). Folglich sind alle Ausgänge FALSE oder SAFEFALSE. |
1 |
Der Funktionsbaustein ist aktiviert (Activate = TRUE), die Eingänge werden jetzt ausgewertet. An den Eingängen liegt die Vorgabe für Betriebsart 0 an (Eingang S_Mode0 ist SAFETRUE). Da aber an Eingang S_SetMode keine manuelle Bestätigung für den Wechsel der Betriebsart erkannt wird (diese ist notwendig weil AutoSetMode = FALSE), bleibt Ausgang S_Mode0Sel trotz der Vorgabe (S_Mode0 = SAFETRUE) auf SAFEFALSE. |
2 |
Der Betriebsartenwahlschalter wird betätigt, Anforderung zum Wechsel auf Betriebsart 7. Eingang S_Mode0 wird SAFEFALSE, dieser Wechsel startet die Überwachungszeitmessung. Vor Ablauf der an ModeMonitorTime eingestellten Zeit wechselt S_Mode7 auf SAFETRUE. Die neue Betriebsart 7 ist zwar eingestellt, aber noch nicht aktiv, da mit AutoSetMode = FALSE eine manuelle Übernahme vorgegeben wurde. Um die Betriebsart an Ausgang S_Mode7Sel zu aktivieren, ist eine positive Flanke an S_SetMode notwendig. |
3 |
Mit der positiven Signalflanke an Eingang S_SetMode wird die eingestellte Betriebsart 7 freigegeben, Ausgang S_Mode7Sel wird SAFETRUE. |
Anwendungsbeispiel
Dieses Beispiel zeigt die Betriebsartenauswahl mit Hilfe eines fünfstufigen Betriebsartenwahlschalters S1.
Die Signale der fünf Schließerkontakte des Betriebsartenwahlschalters sind an die fünf Eingangsklemmen I0 bis I4 des sicherheitsbezogenen Eingangsgerätes SDI 1 angeschlossen. Die Verknüpfung der Signale mit den globalen I/O-Variablen und die Beschaltung der Bausteineingänge sind wie folgt ausgeführt:
Klemme |
globale I/O-Variable |
Bausteineingang |
I0 |
S1_M0_In |
S_Mode0 |
I1 |
S1_M1_In |
S_Mode1 |
I2 |
S1_M2_In |
S_Mode2 |
I3 |
S1_M3_In |
S_Mode3 |
I4 |
S1_M4_In |
S_Mode4 |
Da ein fünfstufiger Betriebsartenwahlschalter ausgewertet wird, bleiben die Bausteineingänge S_Mode5 bis S_Mode7 unbeschaltet.
An Eingangsklemme I5 des sicherheitsbezogenen Eingangsgeräts SDI 1 ist ein Schlüsselschalter S2 angeschlossen. Das Eingangssignal ist mit der globalen I/O-Variablen S2_Ulck_In verknüpft, die wiederum an den Bausteineingang S_Unlock angeschlossen ist. Durch Abschließen des Schlüsselschalters (S_Unlock = SAFEFALSE) wird die eingestellte Betriebsart verriegelt.
An Eingang AutoSetMode ist eine FALSE-Konstante angeschlossen, d.h. es ist eine manuelle Bestätigung der eingestellten Betriebsart an Eingang S_SetMode notwendig. Zu diesem Zweck ist an Eingangsklemme I6 des sicherheitsbezogenen Eingangsgerätes SDI 1 der Taster S3 angeschlossen. Dessen Eingangssignal ist mit der globalen I/O-Variablen S3_SetM_In verknüpft, die wiederum an den Bausteineingang S_SetMode angeschlossen ist.
Ein Reset-Taster S4, der an Eingangsklemme NI0 des Standard-Eingangsgerätes DI 1 angeschlossen ist, dient zum Rücksetzen von Fehlermeldungen (positive Signalflanke an Bausteineingang Reset). Dessen Signal ist mit der globalen I/O-Variablen S4_Reset_MS verknüpft, die wiederum an den Bausteineingang Reset angeschlossen ist.
HINWEIS:
Die Freigabeausgänge S_Mode0Sel bis S_Mode4Sel des Funktionsbausteins SF_ModeSelector sind mit den Eingängen weiterer sicherheitsbezogener Funktionen/Funktionsbausteine verschaltet. Da ein fünfstufiger Betriebsartenwahlschalter ausgewertet wird, sind die Bausteinausgänge S_Mode5Sel bis S_Mode7Sel nicht relevant und können unbeschaltet bleiben.
S1 |
Betriebsartenwahlschalter mit 5 Schaltstellungen |
S2 |
Schlüsselschalter (Sperrung der Betriebsartenwahl) |
S3 |
Quittierung |
S4 |
Reset |
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Siehe Hinweis vor der Abbildung. |
Weitere Informationen
Beachten Sie auch das zweite Anwendungsbeispiel sowie die Hinweise zu den Beispielen.
Detailinformationen
Weitere Informationen finden Sie in folgenden Abschnitten: