Prozessdaten-Elemente und globale I/O-Variablen verbinden/trennen

 

HINWEIS:

Begriffsdefinition: Die Begriffe "Prozessdaten-Element" und "Geräteanschlussklemme" werden in diesem Kontext als Synonyme verwendet, da jede physikalische Gerätean­schlussklemme in der Software durch ein Prozess­daten-Element repräsentiert wird.

Die Parametrierung der sicherheitsbezogenen Geräte sowie die Zuord­nung der globalen I/O-Variablen zu Geräteanschlussklemmen (d.h. zu Prozessdaten-Elementen) sind sicherheitsbezogene Aufgaben. Aus diesem Grund müssen diese Schritte in EcoStruxure Machine Expert - Safety durchgeführt werden und nicht in EcoStruxure Machine Expert (wo die Busstruktur definiert wurde).

Zum Verbinden einer Anschlussklemme mit einer I/O-Variablen muss dieses spezielle Prozessdaten-Element aus dem 'Geräte'-Fenster (Busnavigator) heraus in das gewünschte Code-Arbeitsblatt hineingezogen werden.

Auf diese Weise wird folgendes in einem Schritt ausgeführt:

Um eine Anschlussklemme einer bereits deklarierten globalen Variablen zuzuordnen, können Sie diese auch aus dem 'Geräte'-Fenster in das globale Variablen-Arbeitsblatt ziehen und auf der betreffenden vorhan­denen Deklaration ablegen (siehe nachfolgende Vorgehensweise). Auf diese Weise werden bereits bestehende Zuordnungen überschrieben!

HINWEIS:

Die Verknüpfung von globalen I/O-Variablen und Prozess­daten-Elementen kann nur bearbeitet werden, wenn Sie mit dem korrekten Projektkennwort auf der Ebene 'Entwicklung' angemeldet sind (Menüpunkt 'Projekt > Projektanmeldung').

Verpflichtende Zuweisungskontrolle für das Prozess­daten-Element SafeModuleOK:

Die Verifizierung/Validierung der Zuordnung zwischen Prozess­daten-Elementen und globalen I/O-Variablen ist verpflichtend. Durch diese Verifizierung wird sichergestellt, dass die sicherheitsbezogene Applikation die richtigen I/O-Anschlussklemmen schreibt/liest. Dies gilt insbesondere für das Prozessdaten-Element SafeModuleOK. Dieses Prozessdatum ist für jedes sicherheitsbezogene Modul verfügbar. Safe­ModuleOK zeigt den Modulstatus an. Da das Prozessdatum SafeMod­uleOK nicht beeinflusst werden kann, z.B. durch Schalten eines Moduleingangs, muss das entsprechende Modul physikalisch vom TM5-Bus entfernt, d.h. abgezogen werden. Als Folge dieses Abziehens schaltet SafeModuleOK auf SAFEFALSE, und die zugewiesene globale Variable muss diesem Wechsel folgen. Weitere Informationen zum Aus- und Wiedereinbau eines Moduls entnehmen Sie bitte der Bedienung­sanleitung des betreffenden Moduls.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Entfernen Sie jedes sicherheitsbezogene Modul vom TM5-Bus, um den Zustand von SafeModuleOK zu prüfen.

  • Prüfen Sie, ob die globale I/O-Variable, die dem SafeMod­uleOK-Prozessdaten-Element des entfernten Moduls zugewiesen ist, auf SAFEFALSE wechselt.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Schrittweise Vorgehensweisen

So verbinden Sie ein Prozessdaten-Element mit einer neu erstellten Variablen

  1. Öffnen Sie das Code-Arbeitsblatt, in dem Sie eine globale I/O-Vari­able erstellen und verwenden möchten.

  2. Öffnen Sie im 'Geräte'-Fenster den Gerätebaum auf der linken Seite.

    Erweitern Sie im Baum den Knoten des Geräts, dessen Anschlussk­lemme verwendet werden soll.

  3. Ziehen Sie die zu verbindende Anschlussklemme (Ein-/Ausgang­sprozessdaten-Element) in das gewünschte Code-Arbeitsblatt.

    Beispiel:

    DragProcessDataItemToCode_SE.png

    HINWEIS:

    Um ein boolesches Prozessdaten-Element als Kontakt in den FBS/KOP-Code einzufügen, halten Sie die <Strg>-Taste gedrückt, wenn Sie nach dem Ziehen der Vari­able aus der Geräteanschlussklemmen-Tabelle in das Code-Arbeitsblatt die Maustaste loslassen. Die Variable erscheint nun als Kontakt, der direkt mit einem Formalpa­rameter verbunden werden kann.

    Beim Loslassen der Maustaste erscheint der Dialog 'Variable'.

  4. Im Dialog 'Variable' wird ein Name vorgeschlagen, der sich aus dem Namen des Prozessdaten-Elements (Geräteanschlussklemme) ableitet.

    Anstatt den vorgeschlagenen Namen zu übernehmen, können Sie auch wie folgt vorgehen:

    • Entweder Sie wählen eine bestehende globale Variable durch Einstellen einer 'Gruppe' und eines 'Namens'.

    • Oder Sie deklarieren eine neue globale Variable durch Eingeben eines neuen 'Namens', Definieren des 'Datentyps' und Auswählen einer 'Gruppe'.

  5. Bestätigen Sie den Dialog 'Variable' mit 'OK'.

    Der Umriss der Variablen erscheint nun am Mauszeiger (siehe (1) in der unteren Abbildung). Die Variable kann mit einem linken Mausklick an der gewünschten Position abgelegt werden (2). Sie können die Variable direkt an ein anderes Objekt anschließen (z.B. an einen Formalparameter) oder sie an einer beliebigen freien Position ablegen.

    Beispiel: Für das Prozessdaten-Element wurde der Variablenname ESTOP_Line1_Front ausgewählt/deklariert.

    SE_DragProcessDataItemToCode_CodeWS.png

Wenn Sie einen neuen Variablennamen eingeben, wird deren Deklara­tion automatisch in das globale Variablen-Arbeitsblatt eingefügt. Der 'Kanalname' der verbundenen Anschlussklemme (definiert im 'Geräte'-Fenster) wird nun in der Spalte 'Anschlussklemme' der globalen Deklaration im Variablen-Arbeitsblatt angezeigt.

ConnectedDataItem_VarWS_SE.png

Im 'Geräte'-Fenster wird der Name der zugeordneten Variablen für diese Anschlussklemme angezeigt.

ConnectedDataItem_DevicesWindow_SE.png

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Überprüfen Sie die Zuordnung der Prozessdaten-Elemente zu den globalen I/O-Variablen und führen Sie gegebenenfalls Korrekturen durch.

  • Prüfen Sie, ob für jede zugeordnete sicherheitsbezogene Variable das korrekte Prozessdaten-Element angegeben ist (Spalte 'Anschlussklemme' im globalen Variablen-Arbeitsblatt).

  • Prüfen Sie, ob für jedes zugeordnete geänderte Prozess­daten-Element die korrekte Variable angegeben ist (Spalte 'Vari­able' im 'Geräte'-Fenster).

  • Validieren Sie die physikalische Verdrahtung Ihrer sicherheitsbezo­genen Architektur und prüfen Sie die Applikation sorgfältig.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

So trennen Sie eine Anschlussklemme von einer Variablen

Das Trennen von Anschlussklemmen und globalen Variablen ist nur im globalen Variablen-Arbeitsblatt möglich. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Rechtsklicken Sie im globalen Variablen-Arbeitsblatt auf die zu tren­nende Variable.

    (Mehrfachauswahl durch Drücken der <Strg>- oder <Umschalt>-Taste beim Klicken auf die Deklaration(en). Mit <Strg> + <A> werden alle Tabellenzeilen markiert.)

  2. Wählen Sie den Kontextmenüpunkt 'Anschlussklemme trennen'.

Der 'Kanalname' der Anschlussklemme wird aus der Spalte 'Anschlussklemme' entfernt und gleichzeitig auch der Variablenname neben der Anschlussklemme im 'Geräte'-Fenster.

Beim Trennen von Prozessdaten-Elementen von globalen I/O-Variablen muss folgendes beachtet werden: Nach dem Entfernen der Prozess­datenzuordnung bleibt die globale I/O-Variable als symbolische globale Variable bestehen. Durch das Trennen lässt sich der Prozess möglicher­weise nicht mehr steuern.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Prüfen Sie, ob sich nach dem Trennen eines Prozess­daten-Elements von einer globalen I/O-Variablen der Prozess weiterhin steuern lässt. 1

  • Prüfen Sie nach dem Trennen eines Prozessdaten-Elements von einer globalen I/O-Variablen immer die physikalische Verdrahtung Ihrer sicherheitsbezogenen Architektur und führen Sie eine sorgfäl­tige Prüfung der Applikation durch.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

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Da globale symbolische Variablen zulässig sind, kann EcoStruxure Machine Expert - Safety nicht erkennen, dass eine Prozessdatenzuordnung entfernt wurde.

Alternative: So ordnen Sie eine Anschlussklemme im Variablen-Arbeits­blatt einer bestehenden Variablen zu

Die folgenden Schritte sind nur möglich, wenn die zuzuordnende Vari­able bereits im globalen Variablen-Arbeitsblatt deklariert ist. Mit diesen Schritten wird die bestehende Zuordnung eines Prozessdaten-Elements zu einer globalen I/O-Variablen verändert.

  • Ist eine globale Variable bereits einem anderen Prozess­daten-Element zugeordnet, so wird diese Zuordnung über­schrieben.

  • Ist ein Prozessdaten-Element bereits einer globalen Variablen zugeordnet, so wird diese Zuordnung überschrieben.

Dies kann den zu steuernden Prozess beeinflussen. Versichern Sie sich, dass hierdurch keine Gefährdung für Personen oder Material entstehen kann.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Überprüfen Sie die Zuordnung der Prozessdaten-Elemente zu den globalen I/O-Variablen und führen Sie gegebenenfalls Korrekturen durch.

  • Prüfen Sie, ob für jede neu zugewiesene sicherheitsbezogene Variable das korrekte Prozessdaten-Element angegeben ist (Spalte 'Anschlussklemme' im globalen Variablen-Arbeitsblatt).

  • Prüfen Sie, ob für jedes neu zugewiesene geänderte Prozess­daten-Element die korrekte Variable angegeben ist (Spalte 'Vari­able' im 'Geräte'-Fenster).

  • Prüfen Sie nach dem erneuten Zuweisen von Prozess­daten-Elementen zu globalen I/O-Variablen immer die physika­lische Verdrahtung Ihrer sicherheitsbezogenen Architektur und führen Sie eine sorgfältige Prüfung der Applikation durch.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Ordnen Sie eine Anschlussklemme einer bereits bestehenden globalen Variablen wie folgt zu:

  1. Öffnen Sie das globale Variablen-Arbeitsblatt, indem Sie in der Symbolleiste auf das Symbol 'Globale Var.' klicken.

  2. Wählen Sie die Deklaration der zu verbindenden globalen Vari­ablen.

  3. Öffnen Sie im 'Geräte'-Fenster den Gerätebaum auf der linken Seite.

    Erweitern Sie im Baum den Knoten des Geräts, dessen Anschlussk­lemme verwendet werden soll.

  4. Ziehen Sie die zu verbindende Anschlussklemme (Ein-/Ausgang­sprozessdaten-Element) in das gewünschte globale Vari­ablen-Arbeitsblatt und legen Sie sie auf der gewünschten Deklaration ab.

    HINWEIS:

    Durch das Ablegen des Prozessdaten-Elements auf einer Variablendeklaration ändern Sie möglicherweise eine bestehende Zuordnung. Beachten Sie bitte auch den Sich­erheitshinweis am Beginn dieser Vorgehensweise.

Die Zuordnung ist nun hergestellt:

  • Der 'Kanalname' der verbundenen Anschlussklemme (definiert im 'Geräte'-Fenster) wird nun in der Spalte 'Anschlussklemme' der globalen Deklaration im Variablen-Arbeitsblatt angezeigt.

  • Der Name der Variablen wurde durch die neue oder geänderte Zuordnung nicht verändert.

  • Der Datentyp der globalen Variablen wurde an den Datentyp der zugeordneten Anschlussklemme angepasst.

  • Falls dieselbe Anschlussklemme bereits einer anderen globalen Variablen zugeordnet ist, sind die entsprechenden 'Anschlussk­lemme'-Felder im Variablen-Arbeitsblatt rot markiert und zeigen so die unzulässige doppelte Zuordnung an.

  • Im 'Geräte'-Fenster wird der Name der zugeordneten Variablen für diese Anschlussklemme angezeigt.

Beispiel: Die Zuordnung der globalen Variablen ESTOP_Line1_Front wurde durch eine neue Anschlussklemme ersetzt.

DragProcessDataItemToVarWS_SE.png

Jede geänderte physikalische Adresse muss manuell bestätigt werden

Die Liste der sicherheitsbezogenen Geräte wird kontinuierlich zwischen EcoStruxure Machine Expert und EcoStruxure Machine Expert - Safety synchronisiert. Wenn sich eine Änderung in der Busstruktur im 'Geräte'-Fenster (EcoStruxure Machine Expert) auf die physikalische Adresse einer globalen I/O-Variablen auswirkt (z.B. durch Hinzufügen/Löschen eines Busgeräts), dann muss diese Änderung in EcoStruxure Machine Expert - Safety manuell bestätigt werden.

Zu diesem Zweck ist im globalen Variablen-Arbeitsblatt die zusätzliche Spalte 'Bestätigung' vorhanden.

VarGrid_ConfirmCheckbox.gif

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Überprüfen Sie nach jeder Änderung in der Busstruktur und nach dem Markieren des Kontrollkästchens 'Bestätigung' die Adressen aller globaler I/O-Variablen von physikalischen, sicherheitsbezo­genen I/Os. Führen Sie gegebenenfalls Korrekturen durch.

  • Validieren Sie nach jedem Hinzufügen, Löschen oder Austauschen von Geräten in der Busstruktur die physikalische Verdrahtung Ihrer sicherheitsbezogenen Architektur und führen Sie eine sorgfältige Prüfung der Applikation durch.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

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