Überwachung/Auswertung von Diagnoseinformationen der Maschine

 

Die Sicherheitssteuerung sowie die sicherheitsbezogenen I/O-Module können ihren Betriebszustand bestimmen und melden. Sie erkennen Störungen oder Unregelmäßigkeiten im Modulverhalten wie beispiels­weise Kurzschlüsse oder EMV-Störungen der Ausgangskanäle.

Solche Bedingungen können zu einer abgeschalteten funktionalen Maschinenkomponente führen, während nicht betroffene Komponenten im Betriebszustand bleiben. Falls z.B. ein Aktor aufgrund einer solchen Situation nicht wie beabsichtigt funktioniert, können Gefährdungen für Personen und Ausrüstung entstehen und die Maschine muss in den definierten sicheren Zustand versetzt werden. Beachten Sie die nachfol­gende Warnung.

Betroffene Module zeigen einen erkannten Fehler durch eine dauerhaft rot leuchtende LED des I/O-Kanals an und indem sie das zugehörige Diagnose-Prozessdaten-Element (z.B. SafeChannelOKxx) auf SAFE­FALSE steuern. Um solche Bedingungen/Situationen in Ihrer Applika­tion erkennen zu können, müssen diese Prozessdaten-Elemente ausgewertet werden, wie im nachfolgenden Programmierbeispiel gezeigt.

Die von den sicherheitsbezogenen I/O-Modulen und des Sicherheitss­teuerung zu Diagnosezwecken bereitgestellten Prozessdaten-Elemente helfen bei der Erkennung von

Durch die Auswertung dieser vom Sicherheitssteuerung und den in Ihrer sicherheitsbezogenen Applikation beteiligten I/O-Modulen bereit­gestellten Prozessdaten-Elemente, d.h. durch Überwachen und Verar­beiten der Diagnoseinformationen in der sicherheitsbezogenen Applikation, können Sie in EcoStruxure Machine Expert - Safety

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

  • Berücksichtigen Sie in Ihrer Risikoanalyse die Auswirkungen einzelner abgeschalteter funktionaler Maschinenkomponenten hinsichtlich der Sicherheit der gesamten Maschine.

  • Stellen Sie sicher, dass die entsprechenden Diagnose-Prozess­daten-Elemente, die vom Sicherheitssteuerung und den beteiligten sicherheitsbezogenen I/O-Modulen bereitgestellt werden, in Ihrer sicherheitsbezogenen Applikation so überwacht und ausgewertet werden, dass damit der Zustand des funktionalen Sicherheitssys­tems ermittelt wird.

  • Stellen Sie sicher, dass die Maschine je nach Auswerteergebnis der sicherheitsbezogenen Diagnose-Prozessdaten in den anwend­ungsspezifischen definierten sicheren Zustand (entsprechend Ihrer Risikoanalyse) versetzt wird.

  • Verwenden Sie geeignete Sicherheitsverriegelungen, wenn eine Gefahr für Personen und/oder Ausrüstung besteht.

  • Validieren Sie die gesamte Sicherheitsfunktion und prüfen Sie die Applikation sorgfältig.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Anwendungsbeispiel

Ein sicherheitsbezogenes TM5SDI4DFS-Eingangsmodul wird zur Auswertung eines NOT-HALT-Tasters eingesetzt, um ein Netzschütz über den ersten Kanal eines sicherheitsbezogenen TM5S­DO4TFS-Ausgangsmoduls zu steuern.

In diesem Beispiel sieht der Gerätebaum in EcoStruxure Machine Expert wie folgt aus:

SE_DeviceMonitoringExample_DeviceTree.png

Das zweikanalige NOT-HALT-Befehlsgerät wird an die ersten beiden Kanäle des Eingangsmoduls angeschlossen.

In EcoStruxure Machine Expert - Safety sind die Eingangskanäle auf Äquivalenzüberwachung parametriert (durch Verwenden des Prozess­daten-Elements SafeEquivalentInput0102 im sicherheitsbezogenen Code, eingefügt per Drag & Drop).

SE_DeviceMonitoringExample_Safegrid.png

Die Diagnose-Prozessdaten-Elemente SafeChannelOKxx beider Module werden verwendet, um irreguläres Verhalten der I/O-Kanäle zu erkennen. Zusätzlich zeigen die SafeModuleOk-Signale den Kommu­nikationsstatus der Module an.

Je nach Typ des sicherheitsbezogenen Moduls sind unterschiedliche Diagnose-Prozessdaten-Elemente verfügbar. Im Falle digitaler I/O-Module sind die SafeChannelOKxxxx-Signale relevant.

Im sicherheitsbezogenen Code erfolgt die Auswertung dieser Prozess­daten-Elemente wie folgt:

SE_DeviceMonitoringExample_Code.png

Die Prozessdaten-Elemente SafeModuleOK und SafeChannelOKxx sind logisch UND-verknüpft und schreiben die Variable SafeHard­ware_OK. Diese Variable ist wiederum UND-verknüpft mit dem Freiga­besignal des sicherheitsbezogenen Funktionsbausteins SF_EmergencyStop (welcher den NOT-HALT-Taster auswertet).

Die Variable TM5DO4DFS_Out01 speichert das logische Ergebnis dieser UND-Verknüpfung. Sie wird der physikalischen Ausgangsa­dresse von Kanal 1 des Ausgangsmoduls zugewiesen und steuert den Netzschütz.

Wenn eines der Diagnose-Prozessdaten-Elemente aufgrund eines Geräteausfalls oder eines erkannten I/O-Kanal-Fehlers auf SAFE­FALSE steuert, wird die globale Variable TM5DO4DFS_Out01 = SAFE­FALSE und schaltet den Netzschütz ab.

Der laufende Betrieb der gesteuerten Maschine hängt folglich sowohl vom deaktivierten NOT-HALT-Befehlsgerät als auch von der korrekten Funktion aller beteiligten Module ab.

Generieren von Diagnosemeldungen in der nicht-sicherheitsbezo­genen Anwendung EcoStruxure Machine Expert

Die Diagnose-Prozessdaten-Elemente der sicherheitsbezogenen Module sind in der nicht-sicherheitsbezogenen Steuerung (LMC) als Diagnose-Bits abgebildet. Auf diese Weise sind sie auch in EcoStruxure Machine Expert verfügbar. Um den Status der sicherheitsbezogenen Module im HMI anzuzeigen, müssen diese Diagnose-Bits entsprechend in der nicht-sicherheitsbezogenen Anwendung verarbeitet werden, um eine HMI-Meldung zu generieren.

SE_DeviceMonitoringExample_StandardAppl.png 

Die anwenderdefinierte sicherheitsbezogene Variable SafeHard­ware_OK aus unserem Beispiel kann auch in der nicht-sicherheitsbezo­genen Steuerungsanwendung im LMC abgebildet werden. Verwenden Sie dazu die I/O-Mapping-Funktionalität IO Configuration > SLC2LMS_NumberOfxxx des Sicherheitssteuerung, um z.B. eine Diag­nosemeldung für das HMI oder den Message Logger zu generieren.

Rücksetzen des Diagnosestatus

Ein erkannter kanalbezogener Diagnosestatus lässt sich nach dem Beheben der Ursache auf mehrere Arten rücksetzen:

Beachten Sie beim Setzen eines Ausgangskanals: