Bei der Programmierung von POEs in der IEC 61131-Programmiersprache ST (Strukturierter Text) durch Eingabe der ST-Anweisungen und -Ausdrücke in den textuellen Code-Editor, müssen die erforderlichen Variablen manuell im zugehörigen lokalen Variablen-Arbeitsblatt deklariert werden. Nach der Deklaration können Sie mit Hilfe der IntelliSense-Funktion in den Code eingefügt werden. Funktionen und Funktionsbausteine können mit Hilfe des Editor-Assistenten eingefügt werden. Dabei werden beim Einfügen FB-Instanznamen deklariert.
Doppelklicken Sie auf das gewünschte Symbol, um ein Code-Arbeitsblatt zu öffnen.
Verifizierte Anwender-POEs: Nach der Verifizierung des POE-Codes kann der betreffende POE-Knoten über das Kontextmenü als verifiziert markiert werden. Wenn das Verifizierungsflag gesetzt ist, ist die POE schreibgeschützt und wird im Baum mit einem anderen Symbol dargestellt:
Lesen Sie hierzu das Thema "POE-Verifizierung".
Sicherheitsrelevante Besonderheiten in ST
Es gelten die folgenden Einschränkungen:
ST-Code ist nur für FB-POEs zulässig. Die Programm-POE ('Main') muss in FBS/KOP programmiert werden.
Globale Variablen können in ST-POEs nicht verarbeitet werden. Deshalb können in ST-Code keine I/O-Variablen verwendet werden.
Beim Mischen von sicherheitsbezogenen und Standard-Variablen in ST müssen Regeln eingehalten werden.
Jede ST-Anweisung muss mit einem Semikolon abgeschlossen sein.
Zur besseren Lesbarkeit von ST-Code sollten Sie jede Anweisung in eine eigene Codezeile schreiben.
Die Größe von ST-POEs ist auf 5.000 Befehlszeilen begrenzt.
Der Texteditor ist wie ein üblicher Programmier-Editor zu bedienen. Es werden aus dem Windows-Standard bekannte Maus- und Tastenfunktionen unterstützt, wie zum Beispiel Doppelklicken, um ein Wort zu selektieren oder <Strg> + <C> um Text zu kopieren. Ein Kontextmenü stellt diese und weitere Bearbeitungsfunktionen zur Verfügung.
Automatische und kontinuierliche Compilerprüfung im Hintergrund: Während der Bearbeitung von ST-Code, prüft der Compiler laufend Bezeichner und Syntax. Erkannte Fehler werden im Register 'Automatische Prüfung' des Meldungsfensters aufgelistet.
Beim Kompilieren des Projekts werden noch weitere Prüfungen durchgeführt. Daraus resultierende Fehler und Meldungen werden in den Registern 'Fehler'/'Warnungen' im Meldungsfenster ausgegeben. Erkannte Fehler werden im Arbeitsblatt markiert.
Code-Objekte, wie Funktionen und Funktionsbausteine lassen sich als vorbereitete Code-Vorlagen per Drag & Drop aus dem Editor-Assistenten einfügen. Nachdem Sie solch eine Vorlage eingefügt haben, müssen Sie nur noch die Platzhalter mit den echten Werten und Namen überschreiben. Bei Funktionsbausteinen erscheint ein Dialog, in dem Sie die zugehörige FB-Instanz im lokalen Variablen-Arbeitsblatt deklarieren.
Die IntelliSense-Funktion vereinfacht die Eingabe von Bezeichnern und Schlüsselwörtern im Code. Namen können damit während der Eingabe durch spezielle Auswahllisten automatisch vervollständigt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Thema "IntelliSense-Funktion im Texteditor".
Syntaxhervorhebung: Anweisungen, Schlüsselwörter, Namen usw., können durch ihre Farbe einfach unterschieden werden (z.B. Schlüsselwörter in blau, Kommentare in grün).
Code-Gliederung/Aufteilung: Der Editor bietet ein syntaxbasiertes "Code-Folding" durch Erweitern/Reduzieren ganzer Code-Blöcke. Um ein Element zu erweitern, klicken Sie auf das '-'-Symbol, um ein Element zu reduzieren auf '+'.
Der Texteditor unterstützt das Ereignisprotokoll. Nachdem ein Arbeitsblatt geändert und/oder gespeichert wurde, wird ein Eintrag in das Ereignisprotokoll des Projekts geschrieben.
Rückgängig/Wiederherstellen: Sie können den letzten Bearbeitungsschritt im Editor rückgängig machen, indem Sie entweder 'Bearbeiten > Rückgängig' wählen oder <Strg> + <Z> drücken oder in der Symbolleiste auf 'Rückgängig' klicken. Um eine Aktion erneut auszuführen, d.h. den Befehl 'Rückgängig' zurückzunehmen, wählen Sie entweder 'Bearbeiten > Wiederherstellen' oder drücken <Strg> + <Y>.
Der Editor unterstützt zwei Modi:
Offline-Modus = Bearbeitungsmodus: Im Offline-Modus des Editors entwickeln Sie den Programmcode.
Online-Modus = Variablenstatus/Debug-Modus: Nachdem Sie das Applikationsprogramm für die Sicherheitssteuerung fertig gestellt haben, erzeugen Sie durch Kompilieren den Code für die Sicherheitssteuerung. Nach dem Kompilieren und Herunterladen der Applikation in die Sicherheitssteuerung, können Sie den Code-Editor im Online-Modus dazu verwenden, Online-Werte (Variablenstatus) anzuzeigen und Debug-Operationen auszuführen. Im Online-Modus können Arbeitsblätter nicht editiert werden.
Weitere Informationen hierzu finden Sie im Thema "Debuggen: Forcen, Überschreiben, Einzelzyklus-Betrieb".
HINWEIS:
Code und Variablen können nur bearbeitet werden, nachdem Sie sich mit dem entsprechenden Projektkennwort auf Entwicklungsebene angemeldet haben (Menüpunkt 'Projekt > Berechtigungsebene wechseln').
HINWEIS:
EcoStruxure Machine Expert - Safety verfügt über eine Zertifizierungsverwaltung, mit der Sie ein Projekt nach erfolgter Inbetriebnahme zertifizieren können. Ein zertifiziertes Projekt ist durch ein Kennwort gegen Änderungen geschützt. (Nachträgliche Änderungen würden eine erneute Abnahmeprozedur und Zertifizierung des Projekts nach sich ziehen.)
Lässt sich ein Projekt nicht bearbeiten, obwohl Sie korrekt angemeldet sind, prüfen Sie bitte, ob das Projekt bereits zertifiziert ist. Die Zertifizierung wird ganz rechts in der Statuszeile angezeigt:
Weitere Informationen hierzu finden Sie im Thema "Projektzertifizierung".