PULSE_GEN / PULSE_GEN_S - Pulsgenerator

 

Der Pulsgenerator-Funktionsbaustein erzeugt ein Pulssignal mit einem konfigurierbaren Impuls-/Pausenverhältnis. Das Impuls-/Pausenver­hältnis wird mit Hilfe der FB-Eingänge PTH und PTL eingestellt.

Das erzeugte Pulssignal kann zur Ansteuerung weiterer sicherheits­bezogener und Standardfunktionen/-funktionsbausteinen verwendet werden.

HINWEIS:

Der Pulsgenerator-Funktionsbaustein ist in zwei Ausprägungen verfügbar: Als Standard-Variante (PULSE_GEN) mit Formalparametern, die Standard-Datentypen sind, und als sicherheitsbezogene Variante (PULSE_GEN_S) mit Formalparametern, die sicherheitsbezogene Datentypen sind. In den folgenden Abschnitten werden immer die Boole'schen Zustände TRUE/FALSE genannt. Für die sicherheitsbezogene PULSE_GEN_S-Variante gelten entsprechend die Safeboole'schen Zustände SAFETRUE/SAFEFALSE.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

Prüfen Sie, dass das von PULSE_GEN/PULSE_GEN_S erzeugte Puls­signal nicht in einer Weise verschaltet wird, die zu einem ungewollten Verhalten der sicherheitsbezogenen Anwendung führen kann.1

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

1

Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn Ausgang Q des PULSE_GEN-FBs mit dem Reset-Eingang eines sicherheitsbezogenen Funktionsbausteins verschaltet wäre und auf diese Weise ein unter Umständen gefährliches zyklisches Rücksetzen bewirken würde.

Dieses Thema enthält folgende Informationen:

Formalparameter von PULSE_GEN/PULSE_GEN_S

Parameter

Datentypen

Beschreibung

IN

BOOL (Standard-FB)

SAFEBOOL (sicherheitsbezogener FB)

Zustandsgesteuerter Eingang zur Aktivierung des FB. Verbinden Sie diesen Eingang mit einer TRUE-Konstanten oder einem Boole'schen/Safeboole'schen Eingangssignal:

  • TRUE

    Der FB ist aktiviert, die Zeit­wert-Eingänge PTH und PTL werden ausgewertet und das Pulssignal entspre­chend an Q ausgegeben.

    HINWEIS:

    Bei Aktivierung des FB (IN = TRUE) steuert der Ausgang Q sofort auf TRUE. Jede Pulsfolge beginnt grundsätzlich mit einer steigenden Flanke am Ausgang Q. Zustände bei Deaktiv­ierung der Funktion werden nicht gemerkt.

  • FALSE

    Der FB ist nicht aktiviert. Ausgang Q wird auf FALSE gesteuert.

HINWEIS:

Wenn der FB mit dem sicherheitsbezo­genen Baustein SF_TestableSafe­tySensor (TSS) in der Weise verschaltet ist, dass eine positive Flanke des Ausgangssig­nals Q am Eingang StartTest des TSS-Funktions­bausteins den Sensortest anfordert, muss der Eingang IN des Pulsgenerator-FB grundsätzlich mit der Konstanten TRUE beschaltet werden, wie im Anwendungs­beispiel unten gezeigt. Führen Sie auf jeden Fall eine Validierung der gesamten Sicher­heitsfunktion durch!

PTH

PTL

TIME (Standard-FB)

SAFETIME (sicherheitsbezogener FB)

Eingänge zur Vorgabe des Pulsverhältnisses des Ausgangssignals:

  • Eingang PTH definiert die Dauer des TRUE-Zustands an Ausgang Q (Impulszeit).

  • Eingang PTL definiert die Dauer des FALSE-Zustands an Ausgang Q (Pausenzeit).

HINWEIS:

Impulszeit und Pausenzeit können unterschiedlich sein.

Impulszeit (PTH) > Pausenzeit (PTL) und umgekehrt ist erlaubt.

Ein falsch eingestellter Zeitwert kann zu einer Gefährdung führen. Beachten Sie die Warnung unter dieser Tabelle.

HINWEIS:

Es können nur Zeitwerte einge­halten werden, die größer sind als die Zykluszeit der Sicherheitss­teuerung.

Der FB erkennt keine falsch eingestellten Zeitwerte. Somit wird im Fall eines zu groß oder zu klein gewählten Zeitfensters keine Fehlermeldung ausgegeben.

Q

BOOL (Standard-FB)

SAFEBOOL (sicherheitsbezogener FB)

Gibt das erzeugte Impulssignal mit dem Impuls-/Pausenverhältnis gemäß den an den Eingängen PTH und PTL eingestellten Zeitwerten aus.

HINWEIS:

Bei Aktivierung des Funk­tionsbausteins (IN = TRUE) steuert der Ausgang Q sofort auf TRUE. Jede Pulsfolge beginnt grundsätzlich mit einer steigenden Flanke am Ausgang Q. Zustände bei Deaktivierung der Funktion werden nicht gemerkt.

ETH

ETL

TIME (Standard-FB)

SAFETIME (sicherheitsbezogener FB)

ETH (Elapsed Time High) zeigt die verstrichene Impulsdauer an, während Q = TRUE ist. ETL (Elapsed Time Lw) zeigt die verstrichene Impulsdauer an, während Q = FALSE ist.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

Prüfen Sie, dass die Zeitwerte an PTH und PTL der von Ihnen durchge­führten Risikoanalyse für Ihre Anwendung entsprechen.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Fehlervermeidung

Nur durch eine Validierung der gesamten Sicherheitsfunktion können Sie falsch gewählte Zeitfenster an den Eingängen PTL und PTH erkennen.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

Führen Sie eine Validierung der gesamten Sicherheitsfunktion durch, um korrekte Zeitwerte an den Eingängen PTL und PTH sicherzustellen.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

Unzulässige Signale an Eingang IN:

Werden keine weiteren Maßnahmen zur Fehlervermeidung vorge­nommen, führen sporadisch wechselnde oder toggelnde Signalpegel an Eingang IN dazu, dass der Pulsgenerator mit jeder positiven Flanke erneut gestartet wird. Mit einer negativen Flanke wird ein anstehender TRUE-Impuls an Ausgang Q sofort auf FALSE gesteuert.

Ungewollte Verschaltung des Eingangs IN:

Werden keine weiteren Maßnahmen zur Fehlervermeidung vorge­nommen, führt die ungewollte Verschaltung des Eingang IN mit einem dafür nicht vorgesehenen Signal dazu, dass das fälschlicherweise verschaltete Signal die Pulserzeugung steuert: Der Pulsgenerator wird mit jeder positiven Flanke erneut gestartet. Mit einer negativen Flanke wird ein anstehender TRUE-Impuls an Ausgang Q sofort auf FALSE gesteuert.

Unzulässiges statisches TRUE-Signal am Eingang IN (Arbeit­sstromprinzip):

Werden keine weiteren Maßnahmen zur Fehlervermeidung vorge­nommen, führt ein statisches TRUE-Signal an Eingang IN dazu, dass der Pulsgenerator dauerhaft läuft und nicht gestoppt werden kann.

Unzulässiges statisches FALSE-Signal am Eingang IN (Ruhestrom­prinzip):

Werden keine weiteren Maßnahmen zur Fehlervermeidung vorge­nommen, führt ein statisches FALSE-Signal an Eingang IN dazu, dass der Pulsgenerator dauerhaft nicht läuft und nicht gestartet werden kann.

Bei Verschaltung mit sicherheitsbezogenem Baustein SF_Test­ableSafetySensor: unzulässiges FALSE-Signal oder keine Verschaltung an Eingang IN.

Wenn der Pulsgenerator-FB mit dem sicherheitsbezogenen Baustein SF_TestableSafetySensor (TSS) in der Weise verschaltet ist, dass eine positive Flanke seines Ausgangssignals Q am Eingang StartTest des TSS-Funktionsbausteins den Sensortest anfordert, muss der Eingang IN des Pulsgenerator-FB grundsätzlich mit der Konstanten TRUE beschaltet werden, wie im Anwendungsbeispiel unten gezeigt. Führen Sie auf jeden Fall eine Validierung der gesamten Sicherheitsfunktion durch!

Ursachen und Abhilfe für die genannten Fehlerquellen

Mögliche Ursachen der oben erwähnten Signale können sein:

Um dies zu vermeiden, sind je nach Sicherheitsfunktion folgende Maßnahmen möglich:

Zeitdiagramm

Folgendes Beispiel zeigt das Zeitdiagramm für das Impulsverhältnis 2:3 (z.B. PTH = 2,0 s und PTL = 3,0 s).

PulseGen_Signal.png

0

Der FB ist noch nicht aktiviert (IN = FALSE). Folglich ist der Ausgang FALSE.

1

Nach Aktivierung des FB durch IN = TRUE steuert der Ausgang sofort auf TRUE und behält diesen Zustand für die am Eingang PTH festgelegte Zeitdauer bei.

2

Nach Ablauf der Pulsdauer PTH steuert der Ausgang auf FALSE und behält diesen Zustand für die am Eingang PTL eingegebene Zeitdauer bei.

3

Der FB wird während PTH deaktiviert (IN wechselt auf FALSE). Ausgang Q steuert sofort auf FALSE.

4

Der FB bleibt deaktiviert (IN = FALSE). Folglich bleibt der Ausgang FALSE.

5

Der FB wird wieder aktiviert (IN = TRUE). Die Pulsfolge beginnt aufs Neue, Ausgang Q steuert sofort auf TRUE.

Solange IN = TRUE ist wechselt der Ausgang entsprechend der eingestellten Zeit (PTH und PTL) zwischen TRUE und FALSE.

Anwendungsbeispiel

In diesem Beispiel startet der Pulsgenerator periodisch einen Sensortest. Zu diesem Zweck ist der Ausgang Q des Pulsgenerators auf den Eingang StartTest des sicherheitsbezogenen Bausteins SF_Test­ableSafetySensor geführt. Durch eine positive Flanke an diesen Eingang wird der Sensortest des angeschlossenen Sicherheitssensors gestartet.

Fehlervermeidung bei Verwendung des Pulsgenerator-FB mit dem sich­erheitsbezogenen Baustein SF_TestableSafetySensor: Bei der in der nachfolgenden Abbildung gezeigten, korrekten Verschaltung garantiert ein Impuls am Ausgang Q von PULSE_GEN nicht, dass der Sensortest auch tatsächlich durchgeführt wird.

Für die Durchführung des Sensortests muss der Baustein SF_Testable­SafetySensor den Sensortest auch erlauben, d.h. zum Zeitpunkt, wenn am TSS-Eingang StartTest der von PULSE_GEN erzeugte Impuls anliegt, muss der TSS-Ausgang TestPossible = TRUE sein. Beachten Sie dies bei Ihrer Risikoanalyse.

WARNUNG

UNBEABSICHTIGTER BETRIEBSZUSTAND DES GERÄTS

Führen Sie eine Validierung der gesamten Sicherheitsfunktion der Bausteine PULSE_GEN und SF_TestableSafetySensor durch, wenn sie, wie in diesem Anwendungsbeispiel beschrieben, verwendet werden.

Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann Tod, schwere Körperverletzungen oder Sachschäden zur Folge haben.

HINWEIS:

In dieser Applikation mit dem sicherheitsbezogenen Baustein SF_TestableSafetySensor muss der Eingang IN des PULSE_GEN-FB grundsätzlich mit der Konstanten TRUE beschaltet werden, wie im Bild unten gezeigt.

Die Häufigkeit des Sensortests (Testintervall) wird somit über den Eingang PTL des Pulsgenerators eingestellt. Die Pulsdauer (Eingang PTH) ist für diese Anwendung unerheblich.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum sicherheitsbezogenen Baustein SF_TestableSafetySensor und dessen Beschaltung finden Sie unterhalb der Abbildung sowie in der Online-Hilfe zum Baustein SF_TestableSafetySensor.

PulseGen_ApplEx.png

S1

Reset

B1

B1S

B1E

ESPE - Optoelektronischer Sensor: Einkanaliges Lichtgitter mit Testeingang

Optoelektronischer Sender

Optoelektronischer Empfänger

P1

Signallampe

noteOnImage.png 

Siehe Hinweis unten!

Bei dem angeschlossenen Sensor handelt es sich um einen einkanalig verschalteten Lichtvorhang. Der Baustein SF_TestableSafetySensor ist wie folgt beschaltet/konfiguriert:

HINWEIS:

Der Freigabeausgang S_OSSD_Out des Bausteins SF_Test­ableSafetySensor ist direkt oder über weitere sicherheits­bezogene Funktionen/FBs mit einer globalen Ausgangsvariablen und damit mit einer Ausgangsklemme der Applikation verschaltet.